Im Schnitt gibt es in Luxemburg im Jahr pro Arbeitstag einen Schwerverletzten durch einen Arbeitsunfall. 2014 wurden in Luxemburg rund 31.780 Arbeitsunfälle gezählt.
Eine Vision für 0 Arbeitsunfälle wurde Ende März in einer Charta under dem Namen «Vision Zéro» festgelegt. Luxemburg orientiert sich dabei an internationalen Standards. Davon ist man allerdings noch weit entfernt.
Tödliche Unfälle
Im Dezember 2015 platzt bei einer Firma in der Gewerbezone Gadderscheier eine hydraulische Leitung. Ein Angestellter wird durch umherfliegende Metallteile (Link) tödlich am Bauch verletzt. Ein Kollege kommt mit Armverletzungen ins Krankenhaus.
Im Februar wird auf einer Baustelle auf Kirchberg ein Handwerker von umherfliegenden Isolationsmatten am Kopf schwer verletzt. 14 Tage später stirbt er im Krankenhaus.
Dacharbeiten bei Sturm
Ein Kranführer gab auf der Baustelle nach dem Unfall an, dass seine Messanzeige eine Windgeschwindigkeit von mehr als 100 Stundenkilometer (Link) anzeigte. Trotzdem wurde dort gearbeitet.
Ende März löst sich auf einer Baustelle in Belval in 34 Meter Höhe eine Bauplatte von einem Kran (Link). Ein Arbeiter wird unter der Platte begraben. Er kommt mit schweren Verletzungen ins Krankenhaus.
Unter Schutt begraben
Am vergangenen Montag stirbt ein Handwerker auf dem Limpertsberg. Bei Arbeiten an einer Außenfassade auf einer Baustelle wird der Mann plötzlich verschüttet. Er stirbt noch an der Unglücksstelle (Link). Die ITM hat die Baustelle wegen zahlreicher Mängel schließen müssen.
De Chantier wou an Meinden an deitlechen Arbechtsaccident geschitt as as vun der ITM zougemach gin mir brauchen eng seriös Secherheetskultur
— Nicolas SCHMIT (@nicolasschmit2) 13. April 2016
«Es fehlt an einer seriösen Sicherheitskultur im Land,» sagt Arbeitsminister Nicolas Schmit (LSAP) gegenüber Tageblatt. «Immer noch werde in den Betrieben beim Thema Sicherheit gespart,» moniert er.
Die «schwarzen Schafe»
Schmit spricht von einer Sicherheitskultur, die in den Betrieben etabliert werden müsse. Das liegt nicht alleine bei der Bauaufsicht (ITM).
Mehr Kontrollen und strenger Durchgreifen heißt die Devise. «Wir werden in Zukunft noch mehr Kontrollen durchführen und den Betrieben ganz genau auf die Finger schauen, so Schmit.
Er sprich von «schwarzen Schafen» in der Branche. Ein Instrument für mehr Sicherheit ist die Charta «Vision Zéro» (Link), erinnert er.
Zu Demaart
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