Der stellvertretende Polizeichef Donat Donven warnte gestern bei der Jahrespressekonferenz der Polizei im Zusammenhang mit den Polizeistatistiken, dass die vorgestellten Zahlen sich von jenen der Staatsanwaltschaft oder den Gerichten unterscheiden könnten. Bei den Polizeistatistiken geht es zunächst darum, Trends zu erkennen.
2015 wurden 40.353 Straftaten gezählt. Das waren 2.734 weniger als 2014. Pro 100.000 Einwohner wurden 8,56 Prozent weniger Straftaten gezählt.
Weniger Einbrüche und Überfälle
Im letzten Jahr wurden 760 Einbrüche weniger registriert als noch 2014. Von insgesamt 3.600 Einbrüchen fand aber nur ein Bruchteil in Wohnhäusern statt.
Was die Einbrüche betrifft, so ist die Polizei mit dem Rückgang von 17,4 Prozent im Vergleich zu 2014 zufrieden. Besonders Einbrüche in Wohnhäuser seien zurück gegangen. Dies sei das Ergebnis einer guten Polizeiarbeit, hieß es am Freitag. Man sei vor Ort präsent, auch mit Zivilwagen. Es wurden auch mehr Kontrollen in diesem Zusammenhang durchgeführt.
Mehr als 100 Festnahmen
Auch die Ermittlungen führten zum Erfolg. Es kam zu mehr als 100 Festnahmen. Die Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Abteilungen (z.B. der Spurensicherung) und Regionen der Polizei funktioniere hervorragend, wurde erklärt.
Bei den gewalttätigen Überfallen gab es auch einen Rückgang . Im Visier der Gauner befanden sich vor allem Handys. Die Zahl der Überfälle auf Geschäfte steigen aber. Auf der anderen Seite werden aber weniger Autos geklaut.
802 Fälle von häuslicher Gewalt
Bei Straftaten gegenüber Personen wurden im letzten Jahr fünf Morde gezählt. In 2.939 Fällen wurden gewalttätige Angriffe aufgenommen. In den seltensten Fällen waren die Opfer aber nicht mehr arbeitsfähig. Des Weiteren kam es zu 802 Fällen von häuslicher Gewalt.
Im letzten Jahr wurden 280 Polizisten angegriffen. Die Zahl der «Attentats à la pudeur» und der Drohungen ist rückläufig.
Mehr Drogendelikte und verbotene Waffen
Drogendelikte nehmen zu. Auch wurden im Laufe des vergangenen Jahres 264 verbotene Waffen sichergestellt. Die Zahl der aufgeklärten Fälle liegt konstant bei etwa 45 Prozent.
Donat Donven erinnert daran, dass in den Zahlen die Cyberkriminalität noch keine grosse Rolle spielt. Es sei ein globales Phänomen, welches das Sicherheitsgefühl nicht direkt beeinflusst.
Drogen-Hotspots Luxemburg, Esch und Ettelbrück
Die Polizei legte dieses Jahr ein besonderes Augenmerk auf die Drogenproblematik. Da müsse man zwischen Konsum und Verkauf unterscheiden, so Donven weiter. Die Polizei arbeitet aktiv an der Vorbeugung. Die Präsenz vor Ort wurde verstärkt. Dabei wird mit dem Ausland zusammengearbeitet. Die Ermittlungsarbeit nehme viel Zeit in Anspruch, sei nicht so sichtbar aber trotzdem enorm wichtig.
Und noch etwas gibt Donven zu bedenken: Bisher fand der Verkauf von Drogen hauptsächlich mittags statt. Jetzt hat er sich in den Abendstunden verlagert.
Es gebe Drogenszenen in Luxemburg, Esch und Ettelbrück. Letztes Jahr wurden 4675 Drogendelikte registriert, 485 mehr als im Vorjahr. Es kam zu 217 Festnahmen und 1588 Beschlagnahmungen. Jetzt gelte es auf diesem Etappenerfolg aufzubauen und aufmerksam zu bleiben, wurde am Freitag betont.
Zu Demaart
Sie müssen angemeldet sein um kommentieren zu können