Wie die japanische Nachrichtenagentur Kyodo meldete, wurden am Samstag bislang 22 Tote bestätigt. Damit haben seit einem ersten heftigen Beben am Donnerstag bereits 31 Menschen ihr Leben verloren.
Mindestens 1000 Menschen wurden verletzt, als am Samstag ein besonders schweres Beben der Stärke 7,3 die Unglücksregion auf Japans südlicher Hauptinsel Kyushu heimsuchte und zusätzliche Schäden anrichtete. Die Atomreaktoren in der Region sind nach Betreiberangaben unversehrt geblieben. Die Behörden warnten auch für die nächsten Tage vor starken Nachbeben.
Zweites Beben am Samstagmorgen
Das zweite große Erdbeben in Südjapan innerhalb kurzer Zeit hat am Samstagmorgen (Ortszeit) mindestens 19 Menschen getötet. Das berichtete ein japanischer Behördenvertreter. Mindestens 760 Menschen wurden demnach am Samstagmorgen verletzt.
Das Beben brachte zahlreiche Häuser auf der Insel Kyushu zum Einsturz. In der Region hatte sich bereits am Donnerstagabend ein Beben der Stärke 6,5 ereignet. Mindestens neun Menschen wurden getötet, rund 900 weitere wurden verletzt. Das neue Erdbeben erschütterte die Region am Samstagmorgen um 01.25 Uhr Ortszeit (Freitag 18.25 Uhr MESZ).
Die US-Erdbebenwarte USGS sprach von einem Beben der Stärke 7,0, die japanische Meteorologiebehörde nannte den Wert von 7,3. Die Erdstöße lösten einen Erdrutsch aus, der mehrere Häuser unter sich begrub.
Viele noch vermisst
Zahlreiche Menschen würden noch vermisst, sagte ein Regierungssprecher. Helfer suchten unter den Trümmern nach Überlebenden. 20.000 Soldaten sollen die Rettungsarbeiten in der Region am Wochenende unterstützen, wie Verteidigungsminister Gen Nakatani ankündigte.
In der Stadt Kumamoto musste ein Krankenhaus wegen Einsturzgefahr evakuiert werden. In einem Park campierten etwa 50 Anwohner, die nach dem Beben ins Freie geflohen waren. «Wir mussten unser Haus wegen der anhaltenden Erdstöße verlassen», sagte die 61-jährige Hisako Ogata. «Wir hatten wirklich Angst.»
Bereits zweites Beben
Bereits am Donnerstag waren bei einem Beben der Stärke 6,5 in der Region mindestens neun Menschen ums Leben gekommen und rund 900 weitere verletzt worden. Die japanische Meteorologiebehörde gab nach dem Erdbeben am Samstag zunächst eine Tsunami-Warnung für die Westküste der Kyushu-Insel aus, die aber nach kurzer Zeit wieder aufgehoben wurde.
Auf Kyushu sind zahlreiche Produktionsstätten angesiedelt, unter anderem aus der Auto-, Stahl- und Schiffbauindustrie. Ein Kernkraftwerk auf der Insel blieb nach Regierungsangaben unbeschädigt. Im März 2011 hatte ein schweres Erdbeben in Japan einen Tsunami ausgelöst. Mehr als 18.000 Menschen kamen ums Leben. Außerdem verursachte die Naturkatastrophe die Havarie des Atomkraftwerks Fukushima.
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