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Freiwillige, meldet euch!

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Vom 3. bis zum 5. Juni finden die "72 Stonnen Benevolat" in Luxemburg statt. Ziel dieses Events ist es, Vereinigungen und potenzielle ehrenamtliche Mitarbeiter zusammenzubringen.

Es ist schon die dritte Auflage von «72 Stonnen Benevolat» in Luxemburg. Die Veranstaltung hat als Ziel, die Möglichkeiten der ehrenamtlichen Arbeit dem großen Publikum näher zu bringen. «Viele Personen wollen sich engagieren, kommen aber nur selten in Kontakt mit den richtigen Vereinigungen», erklärte der Präsident der Agence du Benevolat, Marc Crochet am Mittwoch. Während den drei Tagen können die Leute sich eingehend über das Benevolat informierten und dann entscheiden, ob sie sich irgendwo engagieren wollen, oder nicht.

Insgesamt 28 Organisationen nehmen an den «72 Stonnen Benevolat» teil. Sie bieten 43 Aktivitäten an. Diese betreffen diverse Bereiche, wie die Ausbildung, den Sport, die Kultur, die Arbeit mit Senioren, mit Flüchtlingen usw, erörterte Luc Pauly, der Koordinator der Agence du Benevolat. Unter anderem das Flüchtlingsheim Lily Unden öffnet seine Türen für das breite Publikum. In Monnerich kann man sich über den therapeutischen Einsatz von Pferden informieren. Luxroots bietet Einblicke in die Genealogie an. Das Altenheim in Heisdorf baut seinerseits ein Insektenhotel. Der Chaos Computer Club, das Repair Café und Omega 90 ihrerseits haben sich zusammengetan und reparieren alles, was ihnen in die Hände kommt. «Die Anzahl der teilnehmenden Organisationen ist im Vergleich zum letzten Jahr gleich geblieben, die Anzahl der angebotenen Aktivitäten ist jedoch gestiegen», freute sich Marc Crochet bei der Vorstellung der Veranstaltung. Jeder dürfte also das finden, was er sucht.

Eine Art Kontaktbörse, aber nicht nur

Offiziell werden die «72 Stonnen Benevolat» am 3. Juni um 14.30 Uhr in Anwesenheit von Familienministerin Corinne Cahen in Strassen eröffnet. Das Event sei aber nicht nur eine Art «Tag der offenen Tür» wurde betont. Es habe ein großes Ziel: Die Vereinigungen, die auf Freiwillige angewiesen sind und potenzielle ehrenamtliche Mitarbeiter zusammenzubringen. Man erhalte Informationen, könne aber zwischen dem 3. und dem 5. Juni auch konkret an Projekten und Aktionen teilnehmen. «Nicht alle entscheiden sich für ein langfristiges Engagement. Aber die Zahl der ehrenamtlichen Helfer, die während der Tage rekrutiert werden, steigt», so Crochet.

Das Ehrenamt sieht der stellvertretende Direktor des Luxemburger Roten Kreuzesnicht in Gefahr. Immer mehr Menschen würden sich ehrenamtlich engagieren. Die Flüchtlingskrise habe gezeigt, dass die Solidarität groß sei. Es sei auch nicht so, dass das Ehrenamt ausschließlich die Sache von Rentnern und Studenten sei. So interessieren sich auch immer mehr Unternehmen, im Rahmen ihrer sozialen Verantwortung, für diese Art der Freizeitbeschäftigung. In Luxemburg gebe es ungefähr 8.000 eingetragenen Vereine, mit Hunderttausenden an Mitgliedern.

«Das Ehrenamt verändert sich»

Nicht die Bereitschaft hat in den letzten Jahren geändert, sondern vielmehr die Art und Weise des freiwilligen Engagements. Die ehrenamtlichen Mitarbeiter wollen flexibel bleiben und sich nicht mehr in vorgefertigte Strukturen drängen lassen. So haben immer mehr Vereine Probleme, Mitglieder für ihren Vorstand zu finden. Man wolle mitarbeiten, aber nicht mehr die Zwänge eines strukturierten Klubs mit Vorstandssitzungen usw akzeptieren. Auch wollen immer weniger Ehrenamtliche die Verantwortung eines Vereinsleiter tragen, so Jean Kieffer, der ehemalige Vorsitzende von «Gaart an Heem». Das sei auch einer der Gründe für das Sterben vieler kleiner Vereine. Der juristische und administrative Aufwand sei einfach zu groß. Deshalb wurden auch Änderungen im sogenannten «Vereinsgesetz» gefordert. Neue Rechtsformen,und «leichte Strukturen» müssten geschaffen werden, wurde am Mittwoch betont.

Das Ehrenamt entwickelt sich also weiter. Unverbindliche Aktionen, wie sie zum Beispiel auf Facebook organisiert werden, stünden immer höher im Trend, so die Verantwortlichen der Agence du Benevolat. Der Vorteil: Sie würden ein «punktuelles Engagement» erlauben, ohne Zwänge und auf diese Weise eher in die Lebensplanung vieler junger Leute passen

Informationen über «72 Stonnen Benevolat» gibt es auf der Internetseite der Aktion (www.72stonnen.lu) und auf der Facebookseite der Veranstaltung.