Bis Ende 2017 solle es in jeder französischen Region eine solche Einrichtung geben, sagte Premierminister Manuel Valls am Montag bei der Vorstellung eines «Aktionsplans gegen Radikalisierung und Terrorismus».
Damit sollen die Kapazitäten zur Resozialisierung von Islamisten oder jungen Menschen, die in die Dschihadistenszene abgleiten könnten, verdoppelt werden. Die Regierung stellt dafür über zwei Jahre 40 Millionen Euro bereit.
«Dauerhafte Resozialisierung»
«Der Kampf gegen den Dschihadismus ist vermutlich die große Herausforderung unserer Generation», sagte Valls. Das erste Wiedereingliederungszentrum werde im Sommer eröffnet. Dort betreut werden sollten «reumütige» Islamisten, «bei denen wir die Aufrichtigkeit und den Willen zu einer dauerhaften Resozialisierung spüren», sagte der sozialistische Premier.
Chaque époque a ses défis. La lutte contre le djihadisme est le grand défi de notre génération. pic.twitter.com/KzJhLTwb88
— Manuel Valls (@manuelvalls) 9. Mai 2016
In Frankreich wurden bei islamistischen Anschlägen im Januar vergangenen Jahres 17 Menschen und im November 130 Menschen getötet. Viele der Täter wuchsen in Frankreich auf. Schon seit Jahren beobachten die französischen Behörden mit Sorge ein Anwachsen der Zahl junger Menschen, die sich radikalisieren – unter anderem im Zuge des Bürgerkriegs in Syrien.
Mehr Kontrollen
Die Behörden führen tausende Menschen als mutmaßlich radikalisierte Islamisten. Valls kündigte am Montag auch die Gründung eines neuen Gremiums an, um die Bemühungen zur Deradikalisierung in Frankreich besser zu koordinieren. Zugleich sollen die Kontrollen von Mitarbeitern in Sektoren, die als besonders heikel gelten, verstärkt werden.
Im Laufe des Sommers soll zudem die unter der Abkürzung PNR (Passenger Name Record) bekannte Speicherung von Fluggastdaten in Frankreich schrittweise in Kraft treten, wie Valls sagte. Das EU-Parlament hatte im April nach langem Widerstand grünes Licht für die umstrittene Fluggastdatenspeicherung gegeben.
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