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Ready für das digitale Zeitalter

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(Tageblattarchiv)

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Luxemburg belegt im "Networked Readiness Index" des Weltwirtschaftsforums Platz 9 von 139.

Es sind unscheinbare kastenförmige Gebäude. Sie stehen etwas außerhalb von Dörfern wie Betzdorf, Kayl oder Bettemburg. In den gut gesicherten und bestens gekühlten Räumen reihen sich Server aneinander. Luxemburg ist Spitze was Datenzentren angeht. Der ICT-Sektore gehört in Luxemburg zu jenen Branchen die besonders gefördert werden sollen.

Als Luxemburgs Wirtschaftsminister Etienne Schneider ankündigte das Land erhalte einen Gesetzesrahmen für das Spacemining und steige bei Unternehmen ein, die im Weltall Rohstoffe abbauen wollen, wurde er von einigen belächelt aber die Internationale Presse stürzte sich auf das Thema und viele sind sich sicher, dass die Luxemburger Regierung mit der Initiative erfolgreich sein wird.

Währenddessen wird in Luxemburg fleißig das Glasfasernetz ausgebaut, so dass möglichst bald, möglichst viele Menschen von einer schnellen Internetverbindung profitieren können.

Kurzum: Luxemburg rüstet sich für eine technologisierte und digitale Zukunft. Jetzt attestiert ein Index des Weltwirtschaftsforums dem Land Erfolg. Im «Networked Readiness Index» belegt Luxemburg Platz 9 unter 139 Ländern. Bereits im letzten Platz befand sich Luxemburg auf Platz 9. Der Index misst «die Bereitschaft der Länder von aufkommenden Technologien zu profitieren und aus den digitalen Technologien und darüber hinaus Kapital zu schlagen.» Er ist Teil des «Global Information Technology Report 2016».

«Eine der Schlüsselcharakteristika der digitalen Revolution ist die, dass sie genährt wird von andersartigen Innovationen die mehr und mehr auf digitalen Technologien basieren und neue Geschäftsmodelle zulassen» schreibt die Organisation in ihrem Bericht. Die digitalisierung mache Innovationen möglich, die nahezu keine Forschung und Entwicklung benötigten und zum Teil kaum etwas kosteten. Als Beispiele nennt das Wirtschaftsforum, die Digitalisierung von bestehenden Produkten, Blockchains, Innovationen bei der Bildung oder bei Transportdienstleistungen.

Platz 1 beim regulatorischen Umfeld

Wie alle Indizes setzt sich auch der Network Readiness Index aus mehreren Sub- und Sub-Sub-Indizes zusammen an denen sich ablesen lässt, wie das Resultat zustande kommt und wo eventuell noch Verbesserungsbedarf besteht.

Sehr gut (Platz 1) schneidet Luxemburg beim Unterpunkt «politisches und regulatorisches Umfeld» ab. Insbesondere die Gesetze im Bereich Informations- und Kommunikationstechnologien und der Schutz des geistigen Eigentums überzeugten überzeugten die Forscher.

Weniger gut schnitt Luxemburg bei der Bewertung des Geschäftsumfeldes ab (Platz 27). Zu langwirig seien die Prozeduren um eine Firma zu gründen (18,5 Tage). Auch den Prozentsatz von Menschen die sich für eine Hochschulbildung entscheiden kritisieren die Forscher.

E-Partizipation kann nicht überzeugen

Bei der Infrastruktur und den digitalen Inhalten schneidet Luxemburg mäßig ab (Platz 26). Den Forschern gefiehl zwar der hohe Datenverkehr mit dem Ausland, allerdings nicht der im internationalen Vergleich niedrige Mobilfunknetzabdeckung (Platz 67). Diese ist in Luxemburg immerhin mit 99 Prozent veranschlagt während sie andere Länder darüber liegen.

Bei den «Skills» ergattert Luxemburg Platz 20. Das Bildungssystem sehen die Forscher auf Platz 23 unter allen bewerteten Ländern.

Bei der «individuellen Benutzung» der Technologien steht Luxemburg auf Platz 2. Erstaunlich hoch ist der Anteil der Bevölkerun der einen Mobilfunkvertrag hat: 149,5 Prozent der Bevölkerung.

Einen weiteren ersten Platz belegt Luxemburg bei dem Unterpunkt «Beschäftigung in Wissensintensiven Aktivitäten» (62,3 Prozent).

Den sozialen Impakt der Innovationen belohnt das Weltwirtschaftsforum in Luxemburg nur mit dem 23. Platz. Insbesondere die E-Partizipation überzeugte die Forscher nicht – also die internetgestützten Möglichkeiten, die eine Beteiligung von Bürgern am politischen Entscheidungsprozess ermöglichen.

Vor Luxemburg im «Networked Readiness Index» liegen der Reihe nach, Singapur, Finnland, Schweden, Norwegen, USA, Niederlande, die Schweiz und Großbritanien.