Montag26. Januar 2026

Demaart Zu Demaart

Headlines

Radikaler Fußballfan tötet Flüchtling

Radikaler Fußballfan tötet Flüchtling

Jetzt weiterlesen !

Für 0,99 € können Sie diesen Artikel erwerben.

Oder schließen Sie ein Abo ab.

ZU DEN ABOS

Sie sind bereits Kunde?

In Italien wollte er sich den Traum von einem Leben in Frieden verwirklichen. Ein Asylbewerber aus Nigeria muss dort seine Partnerin vor rassistischen Pöbeleien verteidigen - und wird getötet.

Ein Asylbewerber aus Nigeria ist in Italien mutmaßlich von einem radikalen Fußballfan totgeschlagen worden. Der 36-Jährige starb am Mittwoch, nachdem er versucht hatte, seine Partnerin in der Stadt Fermo vor rassistischen Pöbeleien zu verteidigen. Das gab Innenminister Angelino Alfano bekannt. Der mutmaßliche Täter wurde am Donnerstag festgenommen. Es soll sich um einen stadtbekannten rechtsradikalen Fan des lokalen Fußballclubs handeln.

Das Opfer und seine Partnerin seien vor der Terrormiliz Boko Haram aus Nigeria geflüchtet, hieß es in einer Mitteilung der Hilfsorganisation Capodarco, wo das Paar untergekommen war. Die Frau habe bei der Überfahrt über das Mittelmeer das gemeinsame Baby verloren.

Rassismus

«Er ist vor einem Krieg geflohen, um im Ausland den Tod zu finden», sagte Capodarco-Gründer Don Vinicio Albanesi laut Medien. «Es ist ein klarer Fall von Rassismus.» Es sei ein Streit zwischen den beiden Männern ausgebrochen, nachdem der Täter die Partnerin des Nigerianers beleidigt hatte. Ein Straßenschild sei aus dem Gehweg gerissen worden. Mit einem Schlag sei der Mann wohl niedergestreckt worden, so die Hilfsorganisation.

Der Fall löste Entsetzen in Italien aus. Ministerpräsident Matteo Renzi rief zum Kampf «gegen Hass, gegen Rassismus und gegen Gewalt» auf. Staatspräsident Sergio Mattarella sprach der Witwe sein Beileid aus und ordnete an, sich für ihre Belange einzusetzen. Innenminister Alfano besuchte die Stadt in der Nähe der Adriaküste und sprach von einem «Tag unendlicher Trauer».