Nach dem Anschlag von Nizza verschärft Belgien die Sicherheitsmaßnahmen rund um den Nationalfeiertag am kommenden Donnerstag. Es gebe zwar keine konkreten Hinweise auf Anschläge, «das Attentat von Nizza macht aber eine Anpassung der Sicherheitsmaßnahmen notwendig», sagte Regierungschef Charles Michel am Freitag in Brüssel. Dabei müsse auch «neuen Formen» von Anschlägen Rechnung getragen werden.
In Nizza war ein 31-Jähriger nach dem Feuerwerk zum französischen Nationalfeiertag am Donnerstagabend mit einem Lastwagen in die Menschenmenge auf der Strandpromenade gerast. Mindestens 84 Menschen wurden getötet und Dutzende weitere verletzt, bevor Polizisten den Attentäter erschossen. Laut belgischem Außenministerium ist das Schicksal von insgesamt rund 20 Belgiern weiter unklar.
Keine Erhöhung der Terrorwarnstufe
Das belgische Krisenzentrum beließ Michel zufolge die Terrorwarnstufe unverändert auf der zweithöchsten Stufe, wonach eine Bedrohung «möglich und wahrscheinlich» ist. Die belgischen Behörden hätten bereits vor Nizza einen Anschlag mit Fahrzeugen befürchtet, sagte der Regierungschef. «Wir waren schon in der Vergangenheit vorsichtig mit Blick auf ein mögliches derartiges Szenario.»
Belgien war vor knapp vier Monaten selbst Ziel eines Doppelanschlags geworden. Am 22. März wurden dabei am Brüsseler Flughafen und in einem U-Bahnhof im EU-Viertel 32 Menschen getötet und mehr als 300 weitere verletzt. An Belgiens Nationalfeiertag am 21. Juli wird der Vereidigung des ersten Königs des Landes im Jahr 1831 gedacht. Es gibt neben einer Militärparade und einem großen Feuerwerk in der Hauptstadt Brüssel zahlreiche Feiern und Feste überall im Land.
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