Freitag23. Januar 2026

Demaart Zu Demaart

Headlines

Neue Frist: Mitte 2017 soll alles sauber sein

Neue Frist: Mitte 2017 soll alles sauber sein
(Julian Stratenschulte)

Jetzt weiterlesen !

Für 0,99 € können Sie diesen Artikel erwerben.

Oder schließen Sie ein Abo ab.

ZU DEN ABOS

Sie sind bereits Kunde?

Volkswagen will die Reparatur der vom Abgas-Skandal betroffenen Diesel-Fahrzeugen bis Mitte 2017 abschließen. Markenchef Diess hält indes nichts von einem Rückzug aus den USA.

Sofort nach Bekanntwerden des Abgas-Skandals bereitete Volkswagen eine Nachbesserungsaktion für die von den Abgasmanipulationen betroffenen Fahrzeuge vor. Sie soll die Besitzer nichts kosten. Europas größter Autokonzern hatte eingeräumt, mit einem Computerprogramm die Abgaswerte bei Dieselwagen manipuliert zu haben. Weltweit sind nach Konzernangaben fast elf Millionen Fahrzeuge betroffen, davon rund 56.000 auch in Luxemburg. Bei den betroffenen Wagen handelt es sich um unterschiedliche Modelle aus mehreren Baujahren, etwa den Golf der sechsten Generation, den Passat der siebten Generation und die erste Generation des Tiguan. Verbaut ist ein Motor mit der Typbezeichnung EA 189 in 1,6- und 2-Liter-Varianten, der etwa auch bei Audi und Skoda zum Einsatz kam.

Die VW-Kunden hierzulande wurden jedoch nicht regelmäßig auf dem Laufenden gehalten, was die Aufarbeitung des Skandals betrifft. Die meisten bekamen bisher nur wenig Post. Zuerst wurde ihnen mitgeteilt, dass ihr Fahrzeug betroffen sei, dann wurde um Verständnis geworben, weil die Rückrufaktion sich verzögerte. Man arbeite mit Hochdruck an einer Lösung, wurde versichert. Die betroffenen Wagen seien alle zu 100 Prozent einsetzbar, hieß es in diesem Schreiben.

Neue Frist

Nach mehreren Aufforderungen und Ultimaten seitens der Behörden und Sammelklagen scheint jetzt aber wieder Bewegung in das Dossier zu kommen. Volkswagen will bis Mitte kommenden Jahres alle vom Dieselskandal betroffenen Fahrzeuge repariert haben. Bei den kleineren Motoren sind umfangreichere Umänderungen notwendig, bei den großen Motoren reicht hingegen eine Software-Aktualisierung, heißt es. «Ich bin zuversichtlich, dass wir einen Großteil der Themen in 2016 und den Rest im ersten Halbjahr 2017 bewältigen werden», sagte VW-Markenvorstand Herbert Diess der «Wirtschaftswoche».

Für 4,6 Millionen der weltweit rund 10,5 Millionen betroffenen Dieselfahrzeuge seien bereits technische Lösungen erarbeitet und von den Behörden freigegeben worden. Verschrottungen von Fahrzeugen in größerem Umfang solle es nicht geben, sagte Diess dem Magazin. Dies wäre dann notwendig, wenn VW nicht in der Lage wäre, die Autos entsprechend der geltenden Gesetze in den USA umzurüsten.

Von einem Rückzug der Marke VW aus den USA hält der Marken-Chef nichts: «Das wäre aus meiner Sicht ein Fehler.»Amerika sei ein Land, «in dem man zwar hart bestraft wird, aber dann auch eine zweite Chance bekommt», sagte Diess der «Wirtschaftswoche». In den USA muss der Konzern milliardenschwere Entschädigungen zahlen. In Europa ist jedoch lediglich die kostenlose Reparatur der Fahrzeuge vorgesehen. Vielen Kunden stößt das jedoch sauer auf. Die Folge davon ist, dass seit dem Abgas-Skandal die Verkaufszahlen von VW sinken.