Nach dem verheerenden Erdbeben in Italien hat die Regierung einen schnellen Wiederaufbau der zerstörten Orte versprochen. «Wir haben die moralische Pflicht gegenüber den Frauen und Männern dieser Gemeinden», sagte Renzi nach einer Krisensitzung des Ministerrats am Donnerstagabend. «Der Wiederaufbau dieser Dörfer ist die Priorität der Regierung und des Landes.»
Zudem rief der Ministerrat den Notstand aus und sagte Hilfsgelder von 50 Millionen Euro zu. Auch die Erdbebenvorsorge müsse verbessert werden. «Das muss unsere Hausaufgabe für die Zukunft sein», so Renzi.
Bei dem Erdbeben in der Nacht zu Mittwoch kamen mindestens 250 Menschen ums Leben. Die Zahl könnte nach Angaben des Zivilschutzes aber noch weiter steigen. Das Beben könne «noch schlimmere Dimensionen erreichen als jenes in L’Aquila» im Jahr 2009, warnte der Chef des Zivilschutzes, Fabrizio Curcio. Damals starben 309 Menschen.
Viele sind noch verschüttet
Dieses Mal hatte es besonders die kleineren Orte Amatrice, Accumoli und Pescara del Tronto getroffen. Wie viele Menschen noch verschüttet oder vermisst sind, war weiter unklar.
Derweil gab es auch erste Versuche der Plünderung. In Amatrice wurde ein Mann festgenommen, der in ein Haus eindringen wollte, teilte die Polizei mit.
Die Retter versuchten unermüdlich, in den Trümmern noch Überlebende zu finden. Aber rund 700 Nachbeben bis zum frühen Freitagmorgen erschwerten die Arbeiten. Gleichzeitig kam Kritik am Umgang des Landes mit dem Erdbebenschutz auf, bereits bestehende Regeln würden oft nicht eingehalten, erklärten Experten. In mehreren Ortschaften wurden jahrhundertealte kulturhistorische Bauwerke beschädigt oder zerstört.
«Das erste Wort, was einem in den Sinn kommt, ist tiefes Mitgefühl für das, was passiert ist», sagte Ministerpräsident Renzi. Die Menschen hätten ein Recht darauf, zu ihren «Wurzeln» zurückzukehren. Mit dem Ausrufen des Notstandes soll den Opfern schnell und unbürokratisch geholfen werden. Dazu werden sonst geltende, bestimmte Rechte ausgesetzt.
Das Land ist hoch erdbebengefährdet, weil unter dem Apennin-Gebirgszug die afrikanische und die eurasische Platte aufeinanderstoßen.
Zu Demaart
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