Nächster Rückschlag für die US-Raumfahrtfirma SpaceX: Eine «Falcon 9»-Rakete des privaten Unternehmens explodierte am Donnerstagmorgen (Ortszeit) bei einem Test auf dem US-Weltraumbahnhof Cape Canaveral in Florida, dabei wurde auch ein Facebook-Satellit zerstört. «Es gab eine Unregelmäßigkeit auf der Abschussrampe heute, die mit dem Verlust der Rakete und ihrer Ladung endete», teilte SpaceX mit. Wie bei solchen Tests üblich, habe sich niemand auf der Abschussrampe aufgehalten und es habe keine Verletzten gegeben. Die Explosion ist ein weiterer Rückschlag für SpaceX, das bereits im vergangenen Sommer eine Rakete bei einer Explosion verloren hatte.
Explosion bei SpaceX drückt Kurs der Musk-Firmen Tesla und SolarCity
Die Auswirkungen der Explosion auf die Startrampe und die Firma SpaceX des Unternehmers Elon Musk waren zunächst unklar. An der US-Börse verloren die Aktien der anderen Musk-Firmen Tesla Motors und SolarCity zeitweise fünf beziehungsweise zehn Prozent. Die Nasa erklärte, sie prüfe, inwieweit die Explosion auf der Startrampe ihr Raumflugprogramm beeinträchtige.
Bei dem Vorfall wurde auch der erste Satellit von Facebook für das Projekt Internet.org zerstört. Das weltgrößte Online-Netzwerk will mithilfe von Satelliten entlegene Regionen mit schnellen Internet-Zugängen versorgen. Gründer und Chef Mark Zuckerberg bestätigte den Verlust des Satelliten. Das Gerät sei für Afrika gedacht und bereits an Bord der Rakete gewesen, schrieb Zuckerberg. «Glücklicherweise» habe Facebook auch andere Technologien wie die Antennen-Drohne «Aquila» entwickelt. Facebook werde an der «Mission», alle zu vernetzen, festhalten. Das Facebook-Projekt ist umstritten, weil in einigen Ländern wie Indien die Bevorzugung einzelner Dienste befürchtet wird.
Schwarze Wolke über Cape Canaveral
Fernsehbilder zeigten, wie über dem Cape-Canaveral-Gelände eine schwarze Rauchwolke aufstieg. Augenzeugen berichteten, dass die Explosion noch in einiger Entfernung von der Abschussrampe zu spüren war. «Wir beobachten die Situation, aber bislang sind wir noch nicht angefordert worden», zitierte die «Florida Today» einen Sprecher der lokalen Rettungsbehörden. Auch die US-Raumfahrtbehörde NASA teilte mit, sie beobachte die Situation und stehe zur Unterstützung bereit, falls nötig.
Die Unregelmäßigkeit habe sich im Sauerstofftank der oberen Raketenstufe während des Tankens abgespielt, teilte SpaceX mit. Die genaue Ursache werde weiter untersucht. Über die Höhe des Sachschadens gab es zunächst keine Informationen. Medienberichten zufolge war am Donnerstagmorgen ein Routinetest mit einer unbemannten Rakete geplant.
Weiterer Rückschlag
Die Explosion ist ein weiterer Rückschlag für das Unternehmen SpaceX, das sich darauf vorbereitet, ab dem kommenden Jahr Astronauten zur Internationalen Raumstation ISS zu bringen. Bereits im Juni vergangenen Jahres war eine SpaceX-Rakete kurz nach dem Start explodiert. Sie hatte den mit Nachschub beladenen Raumfrachter «Dragon» zur Internationalen Raumstation ISS bringen sollen. Der Frachter war als Folge der Explosion zerbrochen.
Untersuchungen hatten SpaceX-Chef Elon Musk zufolge ergeben, dass vermutlich eine zerbrochene Stahlstrebe für die Explosion verantwortlich war. «Es sieht so aus, als sei die Strebe fehlerhaft hergestellt worden», sagte er im Juli 2015 bei einer Telefon-Pressekonferenz.
SpaceX entwickelt unter anderem auch eine wiederverwendbare Rakete. Nach vier gescheiterten Versuchen war im April erstmals eine Rakete des Unternehmens nach dem Start wieder sicher auf einer unbemannten schwimmenden Plattform gelandet. Bereits im Dezember vergangenen Jahres hatte SpaceX zum ersten Mal erfolgreich eine Rakete ins All geschossen, die nach ihrer Mission heil und aufrecht zum Startplatz auf die Erde zurückkehrte.
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— SpaceX (@SpaceX) 1. September 2016
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— SpaceX (@SpaceX) 1. September 2016
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