Dies sei eine gerechte Strafe, weil der 64-Jährige «der Verlockung des Geldes alle Prinzipien geopfert habe», sagte Staatsanwältin Eliane Houlette am Mittwoch vor dem Pariser Strafgericht. Im Prozess um ein heimliches Auslandskonto des Ex-Ministers dürfte das Urteil in einigen Wochen fallen.
Die Cahuzac-Affäre ist der größte Skandal in der Amtszeit des sozialistischen Präsidenten François Hollande. Das Enthüllungsportal «Mediapart» berichtete im Dezember 2012 erstmals, der damalige Haushaltsminister, der sich den Kampf gegen Steuersünder auf die Fahnen geschrieben hatte, besitze selbst ein heimliches Auslandskonto.
600.000 Euro
Cahuzac wies die Vorwürfe zurück und belog monatelang die französische Öffentlichkeit. Erst im März 2013 trat er wegen der Ermittlungen zurück. Den Besitz eines Schwarzgeldkontos räumte er erst weitere zwei Wochen später ein. Cahuzac, der als Schönheitschirurg zu Vermögen gekommen war, hatte 1993 ein Konto bei der Schweizer Bank UBS eröffnet. Das Geld wurde bald von der Privatbank Reyl verwaltet und 2009 über Offshore-Gesellschaften nach Singapur transferiert. Damals lagen auf dem Konto rund 600.000 Euro.
Während des Prozesses überraschte Cahuzac mit der Aussage, er habe bereits 1992 ein erstes Schweizer Konto eröffnet, um den sozialistischen Ex-Premier Michel Rocard zu unterstützen. Der Aussage wurde aber wenig Glauben geschenkt. Cahuzac war nach seinem Rücktritt aus der sozialistischen Partei ausgeschlossen worden und hat sich völlig aus der Öffentlichkeit zurückgezogen.
Theoretisch drohen ihm bei einer Verurteilung bis zu sieben Jahre Haft und eine Geldstrafe von einer Million Euro. Wegen Steuerhinterziehung steht auch seine Ex-Frau Patricia vor Gericht. Für sie forderte die Staatsanwaltschaft am Mittwoch zwei Jahre Haft.
Zu Demaart
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