Zwei Insassen der Einheit A1 im Gefängnis in Schrassig (Link) hatten sich zum Schutz vor der Festnahme durch Polizeikräfte sicherheitshalber mit Öl eingeschmiert. Außerdem wurde Öl auf dem Boden ausgeschüttet. Den Zugang zum Zellenblock hatten die Männer mit Waschmaschinen, Mülleimern, Wäschetrocknern und Laken versperrt, heißt es in der Antwort auf eine parlamentarische Anfrage der beiden DP-Abgeordneten Max Hahn und Joëlle Elvinger am Freitag.
Wie auch bei der Pressekonferenz am 6. September betonten die beiden zuständigen Minister Felix Brax (déi gréng) und Etienne Schneider (LSAP), dass die Gefangenen keine Forderungen stellten. In dem Block befanden sich zu diesem Zeitpunkt 19 Männer; als sie vom Einsatz der Spezialeinheit der Polizei erfuhren, zogen sich 16 Insassen in ihre Zellen zurück. Nur drei Männer, von denen einer als Anführer galt, blieben. Der Anstifter des Aufstands hat «schwere Persönlichkeitsstörungen», berichteten die Minister weiter.
Harte Strafen
Für sie hatte der Vorfall direkte Konsequenzen. Die drei wurden 14 Tage lang in besonderen Sicherheitszellen weggesperrt. Sie dürfen nicht mehr in der Gefängniswerkstatt arbeiten und 30 Tage lang nicht an Gemeinschaftsaktivitäten teilnehmen. Beim Vorfall wurde einer der Wärter am Knie verletzt, heißt es.
Am 5. September wurde die Abendroutine im Gefängnis in Schrassig schlagartig unterbrochen. Häftlinge hatten ein kleines Feuer gelegt, das die Berufsfeuerwehr schnell löschte, und verhängten die Sichtfenster der Türen mit Bettlaken so, dass niemand wusste, was in der Einheit vor sich ging. Die Gefängnisleitung entschied sich für einen Einsatz der Spezialkräfte der Polizei. Nach wenigen Stunden war der Aufstand Geschichte.
Zu Demaart
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