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Fondsindustrie: 3.741.330.000.000 Euro

Fondsindustrie: 3.741.330.000.000 Euro
(Tageblatt-Archiv)

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Die luxemburgische Fondsindustrie konnte im Jahr 2016 einen neuen Rekord vermelden. Über 3.000 Milliarden Euro verwalteten die Vermögensverwalter in Luxemburg.

Denise Voss, Präsidentin der ALFI (Verband der Luxemburger Fondsbranche), sprach von einem «absoluten Rekord». Im Jahr 2016 sind 235 Milliarden zu dem bestehenden Vermögen hinzugekommen, um nun 3.741,33 Milliarden Euro zu erreichen.

«42 Prozent von der Zunahme sind frisches Geld», sagte Voss. „»58 Prozent des Zuwachses stammen von der positiven Entwicklung der bestehenden Gelder.“ Zwar sei das Wachstum kleiner als im Jahr 2015 gewesen, dies ändere jedoch nichts daran, dass ein neuer Rekord erreicht wurde. Von dieser Entwicklung profitiert das ganze Land. «Die Fondsindustrie hat einen positiven Einfluss auf die Staatseinnahmen», sagte Voss. Im Jahr 2015 habe der Staat rund 900 Millionen an Steuern durch die Fonds erhalten. «Im Jahr 2016 näherten wir uns der Milliarde an.»

Die drei Standbeine

Trotzdem könne man sich nicht auf den Loorbeeren ausruhen, meinte Camille Thommes, Generaldirektor der ALFI. «Die Konkurrenz schläft nicht und knabbern an unseren Marktanteilen.» Hier helfe es, dass Luxemburg vor kurzem von einer britischen Fachzeitschrift zum besten Fondsverwaltungszentrum gewählt wurde. «Es bereitet uns Freude, Anerkennung aus dem Ausland zu erhalten“, so Thommes. In der Folge erklärte er die drei Standbeine der luxemburgischen Fonds-Industrie. Seit 30 Jahren baue man auf traditionelle Fonds. «Diese trugen maßgeblich zum Erfolg bei und machen auch heute noch das Herz unser Industrie aus», sagte Thommes.

Seit dem vergangenen Jahr können auch «alternative Fonds» in Luxemburg zugelassen werden. Mittlerweile gehörten 15 Prozent aller Fonds zu diesem neuen, zweiten Standbein. «Das Interesse ist da und nimmt weiter zu», stellte der Generaldirektor fest.

Generation Y

Danach kam er auf die nachhaltigen Investitionen, das dritte Standbein, zu sprechen. Die Generation Y würde sich viele Gedanken über die gesellschaftlichen Auswirkungen ihrer Investitionen machen. «Die Nische der verantwortungsvollen Investitionen entwickelt sich sehr positiv», meinte er. Eine weitere Eigenart der Millennials sei deren Affinität zu modernen Tools: «Die jungen Investoren wollen immer mit dem Internet verbunden sein.» Die Interaktivität mit dem Vermögensverwalter sei diesen Millennials sehr wichtig. Dies führe dazu, dass sich eine neue Art, wie mit den Kunden umgegangen wird, durchsetze.

Finanzvermittler würden immer unwichtiger, da die Generation Y direkt mit den Verwaltern verbunden sein möchte. «Die Effizienz, die Sicherheit und die Transparenz werden immer wichtiger.» Jacques Brauch, ein weiteres Direktoriumsmitglied der ALFI, sprach bei der Vorstellung der diesjährigen ALFI-Promotiontouren die Situation auf anderen Kontinenten an. Vor allem in Asien würden die Menschen viel Geld sparen, das sie gewinnbringender in Fonds anlegen könnten.