Tageblatt: Nach dem Abgang von Zoltan Fejer-Konnerth und Fabio Santomauro war klar, dass die Erfolgsära des DT Düdelingen zu Ende gehen würde. Weshalb sind Sie in der „Forge du Sud“ geblieben?
Gilles Michely: Der Hauptgrund war, dass ich noch unter Kontrakt stand. Dieser läuft jetzt aus.
Wie stand es um Ihre Motivation zu Beginn dieser Spielzeit?
Ich war nicht demotiviert. Die Zielsetzung in dieser Saison war einfach eine andere. Es war von Beginn an klar, dass wir nicht um den Titel mitspielen würden.
Was hat den Ausschlag gegeben, zum DT Linger zu wechseln?
Ein paar Vereine wollten mich verpflichten, darunter eben auch der DT Linger. Von Beginn an bestand ein gegenseitiges Interesse. Der Kontakt hat sich durch Christian (Kill), den ich ja seit langem kenne, intensiviert. Mit Linger hatte ich das beste Gefühl, zumal ich dort mit Arlindo (De Sousa) spielen werde, mit dem ich schon vor 15 Jahren gemeinsam in der Nationalmannschaft stand.
Sie werden Christian Kill, der wegen andauernder Verletzungsprobleme aufhören wird, als Nummer eins ersetzen. Das wird kein leichtes Unterfangen?
Christian wird dem Verein noch als Trainer erhalten bleiben. Um seine Bilanz zu spielen, reichen meine Leistungen der letzten zwei Jahre nicht aus. Ich bin gewillt, wieder besser zu spielen.
War Ihnen daran gelegen, mit der frühen Ankündigung Ihres Wechsels für klare Verhältnisse zu sorgen?
Als ich Ende letzten Jahres bekannt gab, dass ich Düdelingen verlassen würde, war gewusst, wohin mein Weg führen würde. Als klar war, dass wir die Play-offs nicht erreichen würden, gab es Gespräche mit den Verantwortlichen des DT Düdelingen. Eine saubere Trennung war mir wichtig. Nach einer solch langen Zeit besteht sicherlich etwas Enttäuschung auf beiden Seiten. Wir gehen jedoch nicht im Streit auseinander.
Hostert-Folschette scheint derzeit unschlagbar. Am letzten Sonntag unterlag Linger in eigener Halle mit 0:6 gegen den amtierenden Meister. Geht es für die anderen Teams in den nächsten Jahren nur noch um Platz zwei?
Wenn sie auch in der kommenden Saison mit der gleichen Mannschaft spielen, wird es schwierig für die anderen Teams.
Was wollen Sie mit dem DT Linger erreichen?
Jetzt ist es zu früh, um Ziele zu nennen, da noch nicht bekannt ist, in welcher Besetzung die Konkurrenz antreten wird. Es gibt viele Gerüchte, etwa dass Hostert-Folschette eventuell etwas schwächer wäre als in dieser Saison. Man muss abwarten, mit welchem Team Oetringen-Waldbredimus spielen wird. Eine Zielsetzung für die kommende Spielzeit kann man vielleicht im September ausgeben. Sollte es Linger in diesem Jahr nicht gelingen, den Titel zu holen, will ich dem Verein helfen, dieses Ziel zu erreichen. Der talentierte Aaron Sahr wird in den kommenden Jahren an die erste Mannschaft herangeführt werden. Stärker wird Linger in der nächsten Saison nicht sein (schmunzelt).
Wie sehen Sie die Entwicklung der Mannschaftsmeisterschaft in den letzten Jahren?
Vor fünf, sechs Jahren kam, neben Düdelingen, nur Ettelbrück oder Howald als Titelkandidat infrage. Mittlerweile spielt eine ganze Reihe von Vereinen um den Titel mit, wobei Hostert-Folschette etwas über den anderen steht. An jedem Wochenende gibt es spannende Begegnungen. Es ist ein gutes Zeichen, dass mittlerweile mehr Vereine gewillt sind zu investieren.
Ende 2021 haben Sie sich aus der Nationalmannschaft zurückgezogen. Was trauen Sie dem Team um Glod, Mladenovic und Van Dessel zu?
Maël (Van Dessel) ist noch sehr jung. Er kann sicherlich das Niveau seiner Mitstreiter erreichen. Ich denke, dass sie die Möglichkeit haben, in den nächsten Jahren in Europa in die Top 15 zu kommen.
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