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Besatzungszeit Der Drang nach Freiheit: Feierlichkeiten zum Nationalen Gedenktag in Esch

Besatzungszeit  / Der Drang nach Freiheit: Feierlichkeiten zum Nationalen Gedenktag in Esch
Kranzniederlegung in Esch Foto: Editpress/Paul Huybrechts

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Am Nationalen Gedenktag wurde wie in den vergangenen Jahren der Opfer des Zweiten Weltkrieges gedacht. Der Tag ist den Kindern, Frauen und Männern gewidmet, die in den Kriegshandlungen ihr Leben verloren, sei es durch Bombardierungen zu Hause oder an der Front.

„Wir gedenken all jener, die in Gefängnissen und Konzentrationslagern ermordet oder von den Nazis hingerichtet wurden“, sagte Bürgermeister Georges Mischo anlässlich der Gedenkfeier in Esch. Er erinnerte auch an die rund 1.300 jüdischen Mitbürger, die deportiert wurden. An diesem Tag wird auch der Opfer von Menschenverachtung und Hass gedacht, die überlebt haben, doch für den Rest ihres Lebens davon gezeichnet waren.

Damals, als die Luxemburger Bevölkerung mit der Unterdrückung der Nazis konfrontiert wurde, haben ganz gewöhnliche Menschen sich dazu entschieden, Widerstand zu leisten. Obwohl sie aus unterschiedlichen sozialen Schichten stammten und ungleiche Weltanschauungen hatten, verband sie Patriotismus, Solidarität und der große Wunsch nach Freiheit.

Widerstand, um Freiheit genießen zu können

1939, ein Jahr vor der Invasion der deutschen Truppen, feierte Luxemburg 100 Jahre Unabhängigkeit. Aktiver und passiver Widerstand seien auch weiterhin wichtig, damit die kommenden Generationen die Freiheitssonne genießen können, so Mischo. Den Kopf in den Sand zu stecken, sei nicht der richtige Weg. Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Völkermord seien nur dann möglich, wenn genug Leute wegschauten und den Mund hielten. „Die Verantwortung, nicht still zu sein und sich zu wehren, tragen wir alle gemeinsam“, sagte Mischo. Man müsse seine Sinne schärfen, um antidemokratische Entwicklungen möglichst früh zu erkennen und zu bekämpfen. Georges Mischo zitierte an dieser Stelle Martin Luther King: „Nicht die Operationen der Bösen bereiten mir Sorgen, sondern die Gleichgültigkeit der Guten.“

Das Resistenzmuseum, das seine Türen 2023 wieder öffnen wird, zeigt dann neben der Dauerausstellung auch eine Wechselausstellung, die den Opfergruppen gewidmet ist, die in der Nachkriegszeit gerne vergessen wurden – wie etwa Sinti und Roma, Zeugen Jehovas, Homosexuelle und Menschen dunkler Hautfarbe. Man solle all jener gedenken, die durch ihren Einsatz und ihr Leben die Basis für eine friedliche Gesellschaft ermöglicht haben, in der jeder, unabhängig von seiner Herkunft, seiner Hautfarbe, seiner sexuellen Orientierung respektiert wird, so Mischo.