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Formel Mit lockerer Aufholjagd zum Spa-Triumph: Verstappen „auf eigenem Planeten“

Formel  / Mit lockerer Aufholjagd zum Spa-Triumph: Verstappen „auf eigenem Planeten“
Max Verstappen gewann in Spa-Francorchamps zum 29. Mal ein Formel-1-Rennen Foto: John Thys/AFP

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Wer soll diesen Max Verstappen aufhalten? Von weit hinten gewinnt der Formel-1-Weltmeister in Spa auf demoralisierende Art und Weise.

Max Verstappen fuhr im Zickzack über die Ziellinie, die Faust schnellte nach oben. Ein Sieg wie jeder andere also für den Formel-1-Weltmeister? Nicht wirklich. Nie zuvor gewann der Red-Bull-Star ein Rennen aus so schlechter Ausgangsposition. Und selten triumphierte er so überlegen wie am Sonntag beim Großen Preis von Belgien. Erinnerungen an die Aufholjagd von Michael Schumacher vor 27 Jahren in Spa wurden wach – nur hatte der Rekordweltmeister damals sehr viel mehr Mühe, sich von Rang 16 an die Spitze zu kämpfen.

„Das Auto war das ganze Wochenende eine Rakete“, sagte Verstappen nach seiner Demonstration demoralisierender Dominanz: „Ich konnte mir aussuchen, wo ich überhole. Das war ein unglaubliches Wochenende.“ Zwölf Fahrerkollegen waren vor dem Niederländer gestartet, nach einem Viertel der 44 Runden hatte er sie alle überholt. Zeitweise war Weltmeister Verstappen zwei Sekunden pro Runde schneller als seine Verfolger – er hat nun 93 Punkte Vorsprung auf seinen ersten „Jäger“ Sergio Perez. Die WM ist praktisch entschieden.

Perez belegte Rang zwei und sagte schwer beeindruckt über seinen Teamkollegen Verstappen: „Max ist geflogen, er war auf seinem eigenen Planeten.“ Ferrari-Pilot Carlos Sainz (Spanien) wurde Dritter.

Ferraris Hoffnungsträger Charles Leclerc war direkt hinter Verstappen gestartet, für ihn ging es nur auf Rang sechs nach vorne – auch, weil bei Ferrari wieder einmal etwas schieflief. Leclerc war zwei Runden vor dem Ende Fünfter, als das Team ihm neue Reifen gab, um noch den Bonuspunkt für die schnellste Rennrunde zu ergattern. Das Ende vom Lied: Leclerc war in der Boxengasse zu schnell unterwegs, er erhielt eine Fünf-Sekunden-Strafe, verlor Rang fünf. Und die schnellste Rennrunde blieb auch im Besitz von Verstappen.

Hamilton schnell raus

Keiner der 20 Fahrer startete von der Position, für die er sich qualifiziert hatte. Grund dafür waren Rückversetzungen von acht Piloten, an deren Rennwagen Motorteile und Getriebe gewechselt wurden.

Verstappen sei „in einer Überform. Das wird schwer für die anderen“, prophezeite Red-Bull-Motorsportberater Helmut Marko vor dem Klassiker in Spa-Francorchamps. Nach dem Rennen sagte er bei Sky: „Der Max schwitzt nicht, ist völlig locker, er bringt diese Leistungen mit einer Leichtigkeit, das ist unwahrscheinlich.“

Polesetter Sainz kam am besten weg, dahinter griff Rekordweltmeister Lewis Hamilton seinen alten Rivalen Fernando Alonso an, zog am Alpine vorbei, ließ dem Spanier aber nicht genug Platz. Es kam zur Kollision, Hamilton war raus. „Was für ein Idiot“, schimpfte Alonso im Funk. Hamilton nahm die Schuld auf sich.

Verstappen hatte nach der ersten Runde bereits fünf Plätze gutgemacht, ehe ihm eine Safety-Car-Phase weiter in die Karten spielte. Auslöser war ein Dreher von Williams-Pilot Nicholas Latifi in Runde zwei, der den Alfa Romeo von Valtteri Bottas ins Aus beförderte.

Bei Leclerc verfing sich ein Teil in der Bremsbelüftung, der Monegasse musste nach vier Runden einen unplanmäßigen Stopp einlegen und fiel weit zurück – während Verstappen schon in der zwölften Runde von der Spitze grüßte.

In der Endphase kontrollierte Verstappen das Geschehen nach Belieben, der Abstand zur Konkurrenz war dennoch deutlich. Trotz schlechter Vorzeichen: Verstappens 29. Grand-Prix-Sieg war einer seiner einfacheren. (SID)

Im Überblick

Großer Preis von Belgien, 14. von 22 Läufen zur Formel-1-WM 2022, 44 Runden = 308,052 km:
1. Max Verstappen (Niederlande) Red Bull 1:25:52,894 Stunden (Durchschnittsgeschwindigkeit: 215,296 km/h), 2. Sergio Perez (Mexiko) Red Bull 0:17,841 Minuten zurück, 3. Carlos Sainz jr. (Spanien) Ferrari 0:26,886, 4. George Russell (Großbritannien) Mercedes 0:29,114, 5. Fernando Alonso (Spanien) Alpine-Renault 1:13,256, 6. Charles Leclerc (Monaco) Ferrari 1:14,936, 7. Esteban Ocon (Frankreich) Alpine-Renault 1:15,640, 8. Sebastian Vettel (Deutschland) Aston Martin-Mercedes 1:18,107, 9. Pierre Gasly (Frankreich) AlphaTauri-Red Bull 1:32,181, 10. Alexander Albon (Thailand) Williams-Mercedes 1:01,9, 11. Lance Stroll (Kanada) Aston Martin-Mercedes 1:03,078, 12. Lando Norris (Großbritannien) McLaren-Mercedes 1:04,739, 13. Yuki Tsunoda (Japan) AlphaTauri-Red Bull 1:05,217, 14. Zhou Guanyu (China) Alfa Romeo 1:06,252, 15. Daniel Ricciardo (Australien) McLaren-Mercedes 1:07,163, eine Runde zurück: 16. Kevin Magnussen (Dänemark) Haas-Ferrari, 17. Mick Schumacher (Deutschland) Haas-Ferrari, 18. Nicholas Latifi (Kanada) Williams-Mercedes
Ausfälle: Lewis Hamilton (Großbritannien) Mercedes (1. Runde) , Valtteri Bottas (Finnland) Alfa Romeo (2. Runde/beide Kollision)
Schnellste Rennrunde:
Verstappen (32.) 1:49,354 Minuten 
Fahrerwertung: 1. Max Verstappen (Niederlande) 284 Punkte, 2. Sergio Perez (Mexiko) 191, 3. Charles Leclerc (Monaco) 186, 4. Carlos Sainz (Spanien) 171, 5. George Russell (Großbritannien) 170, 6. Lewis Hamilton (Großbritannien) 146, 7. Lando Norris (Großbritannien) 76, 8. Esteban Ocon (Frankreich) 64, 9. Fernando Alonso (Spanien) 51, 10. Valtteri Bottas (Finnland) 46, 11. Kevin Magnussen (Dänemark) Haas 22, 12. Sebastian Vettel (Heppenheim) 20, 13. Daniel Ricciardo (Australien) 19, 14. Pierre Gasly (Frankreich) 18, 15. Mick Schumacher (Gland/Schweiz) Haas 12, 16. Yuki Tsunoda (Japan) 11, 17. Zhou Guanyu (China) 5, 18. Alexander Albon (Thailand) Williams 4, 19. Lance Stroll (Kanada) 4
Teamwertung: 1. Red Bull 475 Punkte, 2. Ferrari 357, 3. Mercedes 316, 4. Alpine-Renault 115, 5. McLaren-Mercedes 95, 6. Alfa Romeo 51, 7. Haas-Ferrari 34, 8. AlphaTauri 29, 9. Aston Martin-Mercedes 24, 10. Williams-Mercedes 4