Nach dem souveränen 101:82-Sieg am Mittwoch gegen die Amicale Steinsel schielt die Etzella Ettelbrück bereits Richtung Finale. Großen Anteil am bisher erfolgreichen Saisonverlauf der Nordisten haben dabei auch die sogenannten Joker.

Nicht einmal eine Minute nach seiner Einwechslung am Mittwochabend in der ersten Partie der Best-of-Five-Halbfinalserie gegen Titelverteidiger Steinsel versenkte Dominique Benseghir auch schon einen Drei-Punkte-Wurf. Damit nicht genug, der 33-Jährige wurde bei diesem auch noch gefoult und verwandelte ebenfalls den folgenden Freiwurf. Kein Zufall: Benseghir traf in dieser Saison bisher 45 Prozent seiner Distanzwürfe und genau hierfür wird er von Trainer Kresimir Basic auch eingewechselt.

Der Ettelbrücker Trainer profitiert wie kein anderer Coach in der Total League von einer breiten Reservebank – Pro Partie kamen in dieser Saison bisher zehn Spieler zum Einsatz – und kann auf gleich mehrere wertvolle Joker zurückgreifen. Wenn in der Defensive neue Kraft gefordert wird, dann kommt Gilles Polfer zum Einsatz, wird in Sachen Spielmacher nach einer Alternative gesucht, dann Frédéric Gutenkauf. Wie wichtig die Ettelbrücker Ersatzspieler sind, zeigte sich nicht zuletzt im Pokalfinale vor drei Wochen gegen Steinsel, als die Reservespieler nach einem desolaten Beginn die Trendwende einleiteten. „Es kommt schon mal vor, dass ich in einem Spiel nur drei Minuten auf dem Parkett stehe, im nächsten sind es dann aber 20 Minuten“, erklärt Benseghir seine Rolle, mit der er kein Problem hat: „Werden Distanzwürfe benötigt, dann komme ich ins Spiel, der Trainer weiß in diesem Moment ganz genau, was er kriegt.“

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Höhepunkt in dieser Saison 

Und genau an Basic liegt es laut Benseghir auch, dass dies so gut funktioniert: „Kreso hat jedem Spieler seine genaue Rolle frühzeitig erklärt. Die Stimmung im Team ist deswegen auch so gut, denn es gibt keinen internen Kampf um die Starting Five und so ist die Motivation bei allen stets sehr gut. Denn genau ein solch breiter Kader könnte in anderen Fällen vielleicht schon zum Problem werden.“

Und so denkt der 33-Jährige nicht, wie bereits in den letzten Monaten häufiger spekuliert wurde, an ein Karriereende nach der Saison: „Ich bin fit und so lange ich mich gut fühle, werde ich auch noch nicht aufhören.“ Der junge Familienvater wünscht sich zudem, dass sein acht Monate alter Sohn ihn einmal auf dem Parkett sieht und sich auch noch daran erinnern kann.

Ein weiterer Höhepunkt in dieser Saison war zudem, dass Benseghir zusammen mit seinem Halbbruder Gilles Polfer bereits den Pokalsieg feiern konnte: „Ich bin wirklich froh, dass er nach seiner Pause zurück im Team ist. Es gibt viele Geschwisterkonstellationen im Basketball, doch zusammen einen Titel zu holen, das erlebt nicht jeder und macht es umso schöner.“

Halbfinalduell 

Eine weitere Feier in der Ettelbrücker „Buvette“ soll es spätestens Anfang Mai geben, denn die Etzella strebt nach dem Pokalsieg auch den Meistertitel an. Nach dem souveränen 101:82-Sieg am Mittwoch dürfte das Team aus dem Norden auch voller Selbstvertrauen in die zweite Partie am Samstag Abend in Steinsel gehen. Denn im ersten Halbfinalduell erzielte die Etzella zum bereits elften Mal in dieser Saison mehr als hundert Punkte. Dennoch weiß Benseghir, was noch besser laufen muss als in der ersten Begegnung: „In der Offensive lief es wie gewohnt sehr gut, wir konnten einige wirklich schöne Spielzüge zeigen. Doch in der Defensive gibt es Steigerungspotenzial, denn Steinsel hat seinerseits zu viele Punkte erzielt. Dennoch war es wichtig, zuhause in die Serie zu starten und hier sofort einen Sieg einzufahren, vor allem gegen ein Team wie die Amicale.“

Die Etzella unterstrich ihre Favoritenrolle am Mittwoch jedenfalls deutlich und mit einem weiteren Erfolg am Samstag Abend dürfte man auf dem besten Weg sein, bereits nach drei Spielen ins Finale einzuziehen.

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