Die wirtschaftliche Lage im Bausektor ist hervorragend, es mangelt den Betrieben nicht an Aufträgen. Dennoch konnte mit dem jüngst, unter anderem nach einer großen Kundgebung des OGBL, abgeschlossenen Kollektivvertrag, der Rückstand bei den Löhnen in der Branche nicht wettgemacht werden, so der zuständige Verhandlungssekretär beim OGBL, Jean-Luc de Matteis, der darauf verweist, dass die Personalnot in den Betrieben ständig zunimmt.
Konnten noch vor wenigen Jahren zahlreiche Grenzgänger motiviert werden, recht lange Wege zur Arbeit und wieder nach Hause zurückzulegen, so seien die Lohnunterschiede mittlerweile so gering, dass allein die Bezahlung kaum noch überzeugt.

Die Arbeitgeber des Sektors würden inzwischen klagen, sie hätten die gesamte Großregion abgeklappert und würden dennoch keine Kräfte mehr finden, dabei, so De Matteis, habe die Gewerkschaft bereits vor Jahren vor einer solchen, durch zu niedrige Löhne bei harter Arbeit entstehenden, Situation gewarnt.

Der kürzlich abgeschlossene Kollektivvertrag, der eine Laufdauer von drei Jahren hat, müsse bei seiner Erneuerung jedenfalls in dieser Situation Berücksichtung finden, sprich eine spürbare Lohnerhöhung wird bereits jetzt vom OGBL als Forderung formuliert.
Probleme bereitet zurzeit den Beschäftigten des Sektors vor allem der Staat als Auftraggeber von zahlreichen Projekten. Hat die Gewerkschaft noch Verständnis für die Dringlichkeit von Bauarbeiten, etwa bei Schulen oder kleineren Baustellen bei der Eisenbahn, so versteht De Matheis nicht, wieso bei einem Projekt wie der neuen Nationalbibliothek bereits in der Ausschreibung festgehalten werde, dass Schichtarbeit geleistet werden müsse.

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Der OGBL bemängelte am Mittwoch in einer Pressemitteilung, dass sich ausgerechnet der Staat bzw. Minister Bausch mit solchen Forderungen hervortue, die schließlich auf Kosten der Gesundheit und Sicherheit der Beschäftigten gingen. Bei Bausch, der in letzter Zeit wiederholt Angriffe auf den Kollektivurlaub geritten habe und sich als Termintreiber bei Baustellen oute, würden die Angriffe auf die Tarifautonomie offensichtlich zur Obsession werden, so der OGBL.

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