Etwas überraschend hat am Mittwoch Abend das staatliche Informations- und Presseamt eine Einladung zu einer Pressekonferenz verschickt: Direktion der Spuerkeess, Gewerkschaften und Regierung haben eine Einigung im Gehälterstreit gefunden. Der Termin der Pressekonferenz: noch am gleichen Abend.

Hintergrund ist der Streit um eine Reform im Staatsdienst von 2015. Die Staatsbeamtengewerkschaft CGFP und die Personalvertreter der Spuerkeess forderten, dass die Reform, die neue Karrieremöglichkeiten und Beförderungen vorsah, auch für Mitarbeiter der « Banque et caisse d’épargne de l’Etat Luxembourg » gelte. Schließlich ist der Luxemburger Staat der einzige Aktionär. Doch die Spuerkeess-Direktion und auch die Regierung haben sich lange dagegen gesträubt. Die Gewerkschaften hatten zu einer Protestaktion aufgerufen, der Streitfall lag beim Schlichter.

Am Mittwoch konnte man nun etwas überraschend eine Einigung verkünden. « Alle haben etwas Wasser in ihren Wein gegossen », sagte Romain Wolff, Präsident der CGFP. Dabei scheint es jedoch so, dass die Arbeitergeberseite deutlich mehr Wasser in ihren Wein gegeben hat. Die Forderungen der Gewerkschaften sind weitestgehend erfüllt, die Mitarbeiter der Spuerkeess können wie Staatsbeamte seit der Reform von 2015 im öffentlichen Dienst befördert werden.

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Laut Françoise Thoma, Generaldirektorin der Spuerkeess, kostet das Abkommen die Bank jährlich bis zu 3,5 Millionen Euro. Allerdings erhoffe man sich durch die zusätzlichen Beförderungsanreize auch eine höhere Produktivität bei den Mitarbeitern.
Die BCEE gehört mit 1.840 Mitarbeitern zu den größten Finanzunternehmen des Landes. Der Luxemburger Staat ist alleiniger Aktionär und bezieht seit 2013 jährlich Dividenden von 40 Millionen Euro.

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