In der Welt der Technologie gibt es kaum ein zukunftsträchtigeres Thema als 5G. Unternehmer aus Wirtschaft und Finanzen erhoffen sich von der fünften Generation des Mobilfunknetzes große Chancen. So z.B. bei der Vernetzung von Robotern, Maschinen und anderen Geräten (Stichwort: Internet der Dinge) oder auch bei autonomen Fahrzeugen.

Die Regierung hat deshalb dem flächendeckenden Ausbau der Zukunftstechnologie eine hohe Priorität eingeräumt. So ist es das ausgesprochene Ziel im Koalitionsabkommen, „in Luxemburg als einem der ersten Länder der Europäischen Union flächendeckend schnelles mobiles Internet (5G) anzubieten.“

Der Ausbau gilt dabei als Chefsache. Kein Geringerer als Premier Xavier Bettel (DP) selbst will sich als Minister für Digitales um die Realisierung kümmern. Bereits Ende des Jahres sollen Testphase und Ausbau beginnen.

Anzeige

Jedoch sind nicht alle so restlos begeistert von 5G wie die Regierung. Wissenschaftler und Smartphone-Besitzer fragen sich bei so viel Sende-Power, ob durch den Ausbau des neuen 5G-Netzes möglicherweise gesundheitliche Risiken drohen. Zum Vergleich: Mit dem derzeitigen 4G-Netz lassen sich bis zu 100 Megabit pro Sekunde herunterladen. Mit 5G wird es das Hundertfache davon sein. Manche Experten bringen Handystrahlung mit erhöhtem Krebsrisiko in Verbindung.

Regierung: 5G Chefsache

Die belgische Regierung hat die 5G-Pläne in Brüssel deshalb erst einmal auf Eis gelegt. Umweltministerin Céline Fremault will zunächst prüfen lassen, ob die zusätzliche Strahlung nicht gesundheitsschädlich für Menschen ist.

Auch in Luxemburg zeigen sich Bürger über die Zukunftstechnologie besorgt. Eine Petition, die einen unmittelbaren Stopp des 5G-Ausbaus verlangt, hat innerhalb weniger Tage bereits rund 750 Unterschriften gesammelt. Darin fordern die Unterzeichner, dass die Politik sich nicht am „absurden Rennen“ um 5G beteiligt und zunächst Studien abwartet, die ähnlich wie in Belgien die gesundheitlichen Risiken der neuen Technologie prüft.

Auch die EU-Kommission mahnt zur Vorsorge: Die EU-Staaten sollen bis Ende Juni jeweils nationale Risikoanalysen zur 5G-Infrastruktur erstellen und anschließend ihre Sicherheitsanforderungen an die Netzwerk-Anbieter überarbeiten, vor allem für öffentliche Netzwerke.

Das deutsche Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) warnt hingegen vor Panikmache: „Wenn die Grenzwerte eingehalten werden, sind nach dem aktuellen wissenschaftlichen Kenntnisstand keine gesundheitsrelevanten Wirkungen zu erwarten“, so das Bundesamt gegenüber dem ZDF.

Kommentieren Sie den Artikel

Please enter your comment!
Please enter your name here