Mehr als ein Drittel Luxemburgs ist von Wald bedeckt. Rund 55 Prozent davon befinden sich in privaten Händen. Interessenvertreter ist hier die Vereinigung „Lëtzebuerger Privatbësch“, die vergangene Woche in Ettelbrück tagte.

Mit Sorge wurden dabei der Klimawandel und der Befall des Waldbestandes durch Borkenkäfer kommentiert. Laut dem kürzlich erschienenen Waldbericht gilt nur noch ein Drittel des Baumbestandes in Luxemburg als ganz gesund. 36,8 Prozent der Bäume weisen leichte Schäden auf. Ein weiteres Drittel ist mittelmäßig bis stark geschädigt oder sogar abgestorben. Der Zustand des heimischen Waldes kann als schlecht bezeichnet werden, lautet das Fazit.

Die Privatwaldbesitzer sind angesichts der anhaltenden Trockenheit im letzten Jahr und des Befalls durch Borkenkäfer zutiefst besorgt. Sie erleben den Klimawandel und deren Negativeffekte an vorderster Front und rechnen mit einer weiteren Verschlechterung der Lage.

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Hubert de Schorlemer, Präsident der Vereinigung „Lëtzebuerger Privatbësch“, fordert daher eine Taskforce, um den Borkenkäfer zu bekämpfen. Außerdem seien Ausgleichszahlungen für Verluste durch den Befall wünschenswert. Umweltministerin Carole Dieschbourg kündigte an, dass zurzeit an einem diesbezüglichen Reglement im Ministerium gearbeitet werde.

Das Verhältnis zwischen Umweltministerium und den Privatwaldbesitzern scheint sich in den letzten Jahren immer mehr zu verbessern. Die Politik des Forderns und im Gegenzug des finanziellen Förderns zugunsten des Naturschutzes, der Biodiversität und einer nachhaltigen Waldbewirtschaftung scheint allmählich Früchte zu tragen.
Die Regierung sieht die Vereinigung der Privatwaldbesitzer als wichtigen Partner im gemeinsamen Interesse für den Wald an. Trotzdem waren letzte Woche erneut kritische Wortmeldungen aus dem Publikum zu hören. Allgemein war die Stimmung bei der Generalversammlung aber weniger aufgeheizt als noch vor einigen Jahren.

Besonders die Limitierung des Kahlschlags von Nadelholz auf maximal 50 Ar war weiterhin ein Thema. Gebetsmühlenartig antworteten die Umweltministerin und der Direktor der Naturverwaltung, Frank Wolter, auf die Fragen. So wird es auch künftig Ausnahmen geben. Außerdem hob Carole Dieschbourg die Vorteile hervor, wenn anstelle eines großflächigen Kahlschlags andere Formen der Naturverjüngung genutzt werden.

 

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