Seit mehr als 55 Jahren steht der Kfz-Meister Werner Becht „jeden Tag in der Garage“. In seinem langjährigen Berufsleben hat er vielen Autos unter die Haube geschaut. Das Tageblatt unterhielt sich mit ihm über das liebste Kind der Luxemburger – das Auto.

„Die Luxemburger wollen ihr Auto immer perfekt repariert haben“, erklärt Werner Becht. „Sie passen besonders gut auf.“ Der Kfz-Meister spricht aus Erfahrung. Seine berufliche Laufbahn begann vor vielen Jahren, als er noch ein Jugendlicher war. Damals noch in Deutschland, doch vor 26 Jahren führte die Liebe ihn nach Luxemburg. Seitdem leitet er seinen Meisterbetrieb an der N7 in Walferdingen.

Zusammen mit zwei Gesellen bietet er sämtliche Dienstleistungen rund um das Auto an: Von Inspektionen über Reparaturen bis hin zum Reifenservice. „Wir machen alles, außer Lackierarbeiten.“ Der Luxemburger stelle hohe Ansprüche an die Reparatur seines Autos.
Wenn es einmal unter der Haube rappelt oder eine Warnleuchte brennt, ist der Luxemburger besorgt. Meistens steht dann schnellstmöglich ein Termin in der Werkstatt an – oft handelt es sich um eine Kleinigkeit, die schnell repariert ist. Hauptsache dem Auto geht es gut. In anderen Ländern sieht man das lässiger, da stören Warnlichter und ähnliches weniger.

Vielleicht liegt das an der technischen Kontrolle in Luxemburg. „Wir machen auch viele Sandweiler-Kontrollen“, erzählt Becht. „Wir fahren die Autos der Kunden noch selbst nach Sandweiler.“ Dabei spielt die Marke oder das Alter des Kfz keine Rolle. Der Meisterbetrieb Becht ist eine freie Werkstatt, also nicht an eine Marke gebunden.

Werkstattbesuch

Oft ist eine Kleinigkeit der Grund für einen außerplanmäßigen Werkstattbesuch. Moderne Autos wissen meistens schon selbst, was ihnen fehlt, ehe der Fachmann tätig wird. Der Fehlerspeicher des Motor-Steuergeräts speichert die Aufzeichnung von Störungen oder technischen Defekten eigenständig auf.

„Wir schließen dann den Computer an und lesen den Fehler aus“, erläutert Becht. „Raddrehzahlsensor vorne rechts defekt“, kann eine Fehlermeldung lauten, die dazu führt, dass im Cockpit ein Licht brennt. „Wir tauschen das defekte Teil aus und löschen die Fehlermeldung im Computer.“

Das war nicht immer so. „Die alten Autos waren besser“, meint Becht. Wegen der ganzen Elektronik im Auto könne man heute „ohne Computer gar nicht mehr schaffen“. Damals brauchte man noch Experten, die das besagte Klappern auch einer Fehlerquelle zuordnen können, ohne dass ein Computer hilft.

„Die Technik war damals viel einfacher“, findet Becht. Doch trotz simpler Technik mussten die Autos öfters in die Garage. „Früher gab es noch keine Inspektionsintervalle von 30.000 km“, so der Kfz-Fachmann.

Dass Defekte an modernen Autos nicht mehr repariert werden können, sondern dass das kaputte Teil ersetzt werden muss, lässt der Meister nicht gelten. „Ich tu noch viel reparieren“, erzählt Becht. „Einen Auspuff kann man schweißen.“ Nur eben bei elektronischen Bauteilen bleibt nur der Austausch übrig.

Die Garage Becht ist nicht an eine Marke gebunden, dies gilt auch für die Herkunft der Ersatzteile. Bei vielen Bauteilen unterscheide sich die Qualität zwischen Original und Zubehörhandel nicht. „Zwischen einem Ölfilter aus dem Zubehör und dem Original-Ersatzteil gibt es häufig keinen Unterschied“, meint der Pfälzer. Außer beim Preis.
„Manchmal gibt es Sachen, die kriegt man im Zubehörhandel nicht“, erläutert Becht. „Da muss man das Original nehmen.“ Für die Bremse gelte das sowieso. „Da ist das Original klar besser als das Zubehörteil.“

Fahranfängern rät der Profi, sich erst mal einen Gebrauchtwagen anzuschaffen: einen billigen Golf mit knapp 100.000 Kilometern. Der würde nicht die Welt kosten und man könne darauf fahren lernen. 1.600-2.000 Euro, so viel kostet die Mobilität.

Der Kfz-Meister ist dem Dieselantrieb nicht abgeneigt. Für Geschäftsreisende, die oft lange Strecken fahren, mache ein Selbstzünder Sinn. „Der Diesel ist nicht schlecht.“ Für die Kurzstrecke sei aber der Benziner die bessere Wahl.

Ein ganzes Berufsleben hat sich Becht mit Verbrennungsmotoren beschäftigt. Er glaubt aber nicht, dass diese Antriebsart Zukunft hat. „In 50 bis 60 Jahren, schätze ich, gibt es keine Benzinmotoren mehr“, glaubt er. „Dann fährt alles elektrisch.“ Aktuell würde er sich aber keinen Stromer zulegen. „Auf der Langstrecke geht der Saft aus.“ Überzeugender findet er den Hybrid-Antrieb, also eine Kombination von Elektro- und Benzinmotor.

Letztendlich werde es darauf herauslaufen, dass Autos mit Verbrennungsmotoren, so wie wir sie heute kennen, durch andere Antriebe ersetzt werden, meint er.
Doch noch über lange Jahre werde der Otto- und Dieselmotor die wichtigste Antriebsart sein. Da ist sich der Meister sicher. So lange will er „weiterschaffe“, der Beruf habe ihm immer schon Spaß gemacht.

 

 

Kommentieren Sie den Artikel

Please enter your comment!
Please enter your name here