Claude Meisch spricht von einem Paradigmenwechsel in Sachen Bewegungserziehung. Als wichtiger Bestandteil davon gilt für den Minister die „Bewegte Schule“, wie er im vergangenen Jahr in einem Tageblatt-Interview erklärte. In einigen Gemeinden des Landes wird bereits nach dem Konzept des Schweizers Urs Illi unterrichtet. Das Lernvermögen der Schüler soll durch Bewegung gefördert werden.

Das Lehrpersonal in Vichten ist von diesem Konzept überzeugt. Außerdem wirken sich die Bewegungspausen und das „Bewegte Lernen“ positiv auf die motorische Entwicklung der Schüler aus. In Zeiten, in denen der Bewegungsmangel ein ernst zu nehmendes Problem ist, sicherlich ein guter Nebeneffekt.

Doch um diesem Problem effizient entgegenzuwirken, sind 20 Minuten Bewegung am Tag sicherlich nicht ausreichend. Die Konsequenzen des Bewegungsmangels, wie Übergewicht, Kreislaufprobleme oder gar mangelndes Selbstbewusstsein, sind hinlänglich bekannt. Meisch hat auch recht, wenn er sagt, dass sich Kinder über den gesamten Tag bewegen müssen, also auch zu Hause oder in der „Maison relais“. Dennoch wird das nicht ausreichen, den Bewegungsmangel zu kompensieren. Computer- oder Playstation-Spielen und Fernsehen gehören heute halt zum Alltag vieler Kinder wie früher Auf-Bäume-Klettern.
Das muss aber keinesfalls negativ sein, denn auch Computerspiele können durchaus positive Auswirkungen auf die Entwicklung von Kindern haben. Doch gegen Bewegungsmangel hilft halt nur Bewegung und durch den Schulsport erreicht man alle Kinder. Vielleicht wäre eine größere Wertschätzung des Sportunterrichts der wahre Paradigmenwechsel.

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