So etwas könnte Wladimir Putin im benachbarten Russland nicht passieren. Als Präsident, fest im politischen Establishment verankert, wegen offensichtlicher Mängel bei der Bekämpfung der Korruption im Land und der Verbesserung der wirtschaftlichen Lage der Bevölkerung einfach durch eine Wahl hinweggefegt zu werden? Nicht denkbar.

In der Ukraine ist es passiert. Dort funktioniert die Demokratie. Nun muss man allerdings hoffen, dass die staatlichen und demokratischen Strukturen dieses weiterhin fragilen Landes dennoch ausreichend gefestigt sind, dass sie einen politischen Novizen an der Staatsspitze aushalten.

Gestärkt wird die Position von Wolodymyr Selenski durch den hohen Zuspruch, den er von den Wählern erhielt. Ein knappes Resultat hätte dem in der Politik Unerfahrenen den Start in seine neue Karriere erheblich erschwert. Das Wahlresultat sichert den neuen Präsidenten nicht nur ab, sondern ist zugleich auch Auftrag und gibt ihm die Prioritäten für sein Handeln vor.

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Nur: Wird es Wolodymyr Selenski schaffen, sich in kürzester Zeit vom blutigen Amateur zu dem Staatsmann zu entwickeln, den das Land angesichts seiner schwierigen Situation braucht? Die Ukrainer sind mit der Wahl Selenskis eine hohe Wette eingegangen.

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