Als ich letztes Jahr zum ersten Mal von der Radiosendung „Méi wéi Sex“ hörte, hatte ich einerseits das Gefühl, Luxemburg hinke mal wieder zehn Jahre hinterher, und fragte mich aber auch andererseits, was daran innovativ sein soll, „on air“ über Sex und Sexualität zu sprechen.

Wer die aktuelle Situation in Luxemburg aber genauer betrachtet, merkt, dass sowohl in der Politik als auch unter Journalistinnen und Journalisten noch viele einen Sprachgebrauch haben, der an mittelalterliche Wertvorstellungen erinnert oder sexuelle Angelegenheiten stets in ein lächerliches, fast schon beschämendes Bild zerrt.

Wirklich „normal“ scheint es für etliche Menschen noch immer nicht zu sein, über diese essenzielle Tätigkeit im Leben zu sprechen. Obwohl Aufklärung auf dem Lehrplan steht, gibt es noch immer teils sogar junge Lehrerinnen und Lehrer, die das Thema umgehen, da es ihnen peinlich ist. Betrachtet man beispielsweise den Begriff „Schamlippen“, so spricht dieser bereits Bände. Im Sexpodcast werden diese trocken und zutreffend einfach als „Vulva-Lippen“ bezeichnet. Mit diesem neuen Podcast, der die Themen auf eine normalisierende Ebene bringt, bekommen Jugendliche die Chance, von Anfang an wertfreier und ohne Scham zu kommunizieren.

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Dann haben sie den Erwachsenen etwas voraus und diese können in dem Fall sogar etwas von ihnen lernen.

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