Man kann sich Sorgen machen. Um ein wertvolles Generationenprojekt, das sich Europäische Union nennt und Mitte des 20. Jahrhunderts begann. Doch für dieses Projekt gilt es bei aller berechtigter Kritik und allen Problemen zu kämpfen.

Von Frank Bertemes*

Mit der Gründung der Montanunion, besser bekannt als „Europäische Gemeinschaft für Kohle und Stahl“ und mit den Römischen Verträgen im Jahre 1957 legten die Staaten den Grundstein für die spätere Europäische Union.

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Eine Union, die kluge Leute im Sinne einer friedlichen Zukunft und des Zusammenlebens der europäischen Völker, dies nach den grausamen Kriegserfahrungen der beiden Weltkriege und deren Sinnlosigkeit, in weiser Voraussicht und möglichst ohne ein Ende, in politischer Sorgfalt also, in die Wirklichkeit umzusetzen verstanden.

Es geht in der aktuellen Diskussion nicht nur um den Brexit, den sich gewisse rechtspopulistische Kreise zu ihrem europaweiten Vorbild gemacht haben, um wieder zu den „Nationalstaaten“ zurückzukehren … um was damit zu erreichen?, sei an dieser Stelle gefragt. Es geht denen um viel mehr als das. Nämlich darum, dieses allein schon von der Grundidee her großartige Projekt EU von innen, meint aus dem Parlament heraus, endgültig zu zerstören, also von innen heraus mittels rechtslastiger Un- und Irrsinnspolitik zu zersprengen – um Europa dann wieder in den Trümmern wahnsinniger Kriegskonsequenzen, wie nach dem jeweiligen Kriegsende erlebt, vorzufinden?

Eine Europäische Union, die wir der Weitsicht jener Politiker zu verdanken haben, die ihre intelligente Vision mit viel Engagement in die uns heuer in vielerlei Hinsicht wertvolle Realität des Alltags umzusetzen verstanden. Wir alle sollten ihnen dankbar sein.

Unperfekte EU

Man kann sich, wie viele junge Menschen das europaweit nicht nur im Kontext des Klimaschutzes erkennen, allerdings Sorgen machen. Ihr Vorwurf: Das Generationenprojekt des vereinten Kontinentes Europa steht vor dem Scheitern. Das, weil fast überall in Europa blanker Egoismus regiert. Muss die aktuelle politische EU-Kaste, besonders aber die europäische Regierung, sprich die EU-Kommission, sich über die Vorwürfe der europäischen Jugend wundern? Angesichts dessen, was alles so abgeht?

Wer die EU nämlich gegen die Wand fahren lässt, schadet im Endeffekt uns allen, den Bürgern Europas! Und in dem Sinne, um gegen alle rechtslastigen Ideologien dezidiert vorzugehen, menschenverachtende Tendenzen, die wir doch eigentlich längst vergessen haben müssten, die leider jedoch ob gewisser Namen, die wir nicht nennen wollen, hochaktuell sind, sollten die Fridays for future, die jetzt auch hierzuländchen von unserer Jugend gepflegt werden, eigentlich zu mehr als „nur“ zum Klimaschutz ausgebaut werden …

In der Europäischen Union läuft in der Tat vieles nicht gut: Populismus und Rechtsextremismus haben Zulauf, für Umwelt- und Klimaschutz wird zu wenig getan, bei zu vielen Entscheidungen stehen Profitinteressen an erster Stelle und nicht unser Wohlergehen und das unserer Erde.

So der Vorwurf europäischer Jugendvertreter, die klarstellen wollen, dass Europa es wert sein muss, für diese EU zu kämpfen. Engagierte Jugendliche, die nicht wollen, dass das Projekt EU, das selbstverständlich seine Zeit braucht, auseinanderbricht und mit ihr Werte, für die sie eintreten. Das würde nämlich mehr Ausgrenzung, mehr Nationalismus, mehr Egoismus bedeuten sowie strengere Grenzkontrollen und harten Konkurrenzkampf zwischen Staaten, vielleicht sogar wieder Konflikte, die mit Waffen ausgetragen werden.

Wollen wir das?

Im Mai steht ein in dieser Hinsicht entscheidender Augenblick vor uns allen: die Europawahl.

Wir sollten mit unserer Stimme die Abgeordneten ins EU-Parlament wählen, die unsere gemeinsamen Werte, die Werte einer wirklichen, wahren, menschlichen Europäischen Union, teilen. Und uns nicht von jenen verführen lassen, die das Ende Europas wollen …
Nein zum Hass, Ja zum Wandel! Ein Europa für alle!

*Der Autor ist CFL-Angestellter und regelmäßiger Autor des Forums.

 

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