Der neue Dreier-BMW 330i bietet außergewöhnliche Fahrdynamik. Nebenbei muss er auch Komfort- und Sicherheitsansprüchen gerecht werden. Dreier-Konstellation, meint Marc Schonckert.

Im bewährten, aber leicht aufgefrischten dynamisch-sportlichen Look in bester Tradition des Hauses präsentiert sich die siebte Generation der BMW-3-Serie, die vor einigen Wochen auf den Markt gekommen ist. Im Vergleich zur Vorgänger-Serie ist sie mit 4,70 Metern ganze 7,6 cm länger sowie 1,6 cm breiter. Zudem hat die neue Generation eine erhöhte Spurbreite sowie einen um 4,1 cm verlängerten Radstand. Daneben ist der Schwerpunkt niedriger und die Gewichtsverteilung ist optimal – insgesamt fährt sich der neue 330i von BMW wie ein Sportwagen.

Drei Prädikate zeichnen den neuen Dreier aus, nämlich begeisternde Fahrdynamik, hoher Komfort- und Ausstattungsaufwand und dazu eine Aufpreisliste, die aus einer günstigen, hervorragend konzipierten Mittelklasse- eine teure Sportlimousine für den Alltag macht. Ob man M-Sportfahrwerk mit progressiver Dämpfereinstellung, M-Bremsen oder Laser-Leuchteinheiten im Alltag braucht, ist eine berechtigte Frage, auf die sogar die Spracherkennung „BMW Intelligent Personal Assistant“ keine Antwort parat hat, obwohl sie ansonsten auf jeden Aufruf – „Hey BMW“ – reagiert und Fragen nach Ölstand, Reifendruck oder eingegangenen Nachrichten beantwortet.

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Freude am Fahren für alle

Oma mit den Springerstiefeln, die sich auf Anhieb in dem luxuriösen und großzügig, aber funktionell erneut vorbildlich ausgestatteten Innenraum wohlfühlte, machte sich sofort am Drehschalter der Fahr- und Medienprogramme zu schaffen und entdeckte dabei eine Menge Assistenzsysteme, für deren Einstellung und Bedienung man sich Zeit nehmen und zu diesem Zweck zumindest anhalten sollte.

„Die Jungs bei BMW reden permanent von Freude am Fahren, doch diese Sicherheits-Systeme nehmen einem jeden Spaß an der Sache. Gut, dass man wenigstens noch selbst Gas geben und lenken darf!“ Das geht noch – und wie! Besonders mit dem Zweiliter-Vierzylinder-Benziner mit 258 PS im 330i, der im Zusammenspiel mit einer vorbildlichen Steptronic-Automatik auf entspanntes und souveränes Cruisen oder rasanten Durchzug schaltet – je nachdem, wie es der große Meister am Sportlenkrad (auf Aufpreis) gerade wünscht. Laut Werk soll der Verbrauch um die 6 Liter liegen, doch die schafft man nur, wenn man entweder so unterwegs ist, dass es einem keine Freude mehr bereitet, oder aber dass man den anderen Verkehrsteilnehmern mal die Gelegenheit bieten will, einen BMW überholen zu dürfen. Das sind in Luxemburg eine ganze Menge, was einem beim gemütlichen Dahingleiten glatt ein gutes Gewissen verschafft.

Viel lustiger wird es auf einsamen Landstraßen, wo das Temperament des Motors, gekoppelt mit der präzisen Lenkung und unterstützt von einer eher auf Sport denn auf Komfort getrimmten Federung, am eindrucksvollsten die BMW-typische Fahrdynamik zum Ausdruck bringt. Das gefiel auch Oma, die den Personal Assistant fragte: „Wo ist Schulze?“, worauf sofort der Weg zur Ajax-Arena in Amsterdam im Display des GPS aufleuchtete. Sie hätte nach Van Basten oder Gullit fragen sollen …

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