Der Tarraco ist der neue Große von Seat und kommt aus Wolfsburg.Marc Schonckert war bei der Premiere. Aber Eric Netgen durfte ihn fahren.

„Ein spanischer Skoda Kodiaq“, murmelte Oma mit den Springerstiefeln und faltete den Wirtschaftsteil ihrer Tageszeitung mit den Reuters- und AFP-News zusammen. „Da bin ich mal gespannt, ob ich auch den Kachelofen da reinkriege, den ich neulich beim Bingo im Rocker-Club gewonnen habe …“ Ein spanischer Wolf aus Deutschland, musste ich sie aufklären, denn der neue Tarraco wird in Wolfsburg gebaut.

Stark und unternehmungslustig sieht er aus, bis zu sieben Sitze fasst der Tarraco, nunmehr Seats größtes SUV. Die erste, statische Premiere des Tarraco fand in Tarragona statt. Wie man uns aufklärte, ist „Tarraco“ der katalanische Name für Tarragona, so ähnlich wie „Palma“ für Bochum und Birmingham oder „Lulima“ für „Stockholm-Syndrom“ auf Luxemburgisch. Die Vorstellung in der Tarraco Arena beinhaltete Wein, Weib und viel Show, die Frauen waren, wie könnte es anders sein, wunderschön, die Show aufwendig mit viel harter Musik, von der Oma meinte, dass sie wie eine bleifreie Version von Judas Priest klang, aber Oma hat bekanntlich einen ziemlich brutalen Musikgeschmack und eine Abbildung von David Guetta auf der 90-Meter-Zielscheibe in ihrem Schießverein.

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Zu den Motorisierungen sei gesagt, dass es den Tarraco mit Benziner und Diesel von jeweils 150 und 190 PS geben wird und die Wahl zwischen Allrad, Vorderrad, manuellem oder automatischem Getriebe. Ende des Jahres soll er in die Showrooms der Händler kommen, in Luxemburg wird er eine große Attraktion beim kommenden Autofestival werden.

Erics Urteil

Wir durften (noch) nicht, doch Eric der Unerschrockene und deswegen einzige Luxemburger Vertreter in der Jury des „Auto des Jahres“ durfte den Tarraco schon mal fahren. Hier einige seiner Eindrücke: Der Tarraco lenkt sich angenehm, cruist komfortabel, wenn auch nicht lautlos, und macht seine Sache recht gut. Bei den Fahrassistenten finden wir so ziemlich alles, was es in dieser Kategorie geben kann und darüber hinaus bietet der Tarraco dann noch diverse Funktionen wie die Pre-Crash- und die Überschlagserkennung. Für den Fall, dass Sie aufs Dach gehen und es selbst nicht mitbekommen? Anzunehmen, dass die Fahrgastzelle auf das Unvermeidliche vorbereitet, die Fenster geschlossen und die Gurte und die Bremsen vorgespannt werden.

Alles in allem ist der Tarraco ein passabel geschnürtes Gesamtpaket, das viel Komfort und Platz bietet. Weniger gefallen konnten uns das stets präsente Dieselgeräusch, das Doppelkupplungsgetriebe, das mit schnittigen Tempowechseln so seine Probleme hat, der Hartplastik an der Mittelkonsole, der schmale mittlere Sitz im Fond. Bleibt die Frage, was das adaptive Fahrwerk in so einem Auto überhaupt zu suchen hat.

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