Fast acht Jahre lang beherrschte der Audi Q3 das Segment der Premium Kompakt-SUVs. Persönlich bin ich hocherfreut, dass sein Nachfolger, der in der Form viel vom Q2 in vergrößerter Ausführung übernommen hat, nunmehr weniger wie ein klassisches SUV, sondern wie ein erwachsener Audi aussieht, der optisch seine Muskeln spielen lässt und mit viel Geschmack und Aufpreis ein anspruchsvolles Interieur mit Audi-typischer Sorgfalt in Szene setzt und nebenbei auch technisch und fahrdynamisch viel bietet.

Der neue Q3 ist mit 4,48 m fast 10 cm länger als sein Vorgänger, sein Radstand wuchs um fast 8 cm, in der Breite hat er fast 2 cm zugelegt und in der Höhe hat er einen halben cm verloren. Mir gefällt die etwas kantigere Karosserieform mit den markanten Seitenstreifen, den LED-Scheinwerfern in neuem Design, die dem zackigen Grill und dem eckigen Heckabschluss eine flachere Optik und einen dynamischen Auftritt vermitteln, der weit vom Eindruck des rundlichen Vorgängers entfernt ist.

Ein großes Plus ist nicht nur der Raumgewinn vorne und hinten, sondern auch die in der Länge um 15 cm einzeln verschiebbaren Rücksitze und ihre neigungsverstellbaren Rückenlehnen. Den Fahrer empfängt das gewohnte Audi-Ambiente, mit digitalen Kombi-Instrumenten und dem Audi Virtual Cockpit, wo ihn das MMI Touch Display erwartet, das in puncto Infotainment und allem was dazugehört das Gefährt in eine digitale Event-Bühne verwandelt, für deren Bedienung, teilweise über die Tasten am Lenkrad, man sich schon etwas Zeit nehmen sollte, bevor man den Ganghebel betätigt.

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Für die Fahrvorstellung in Südtirol hatte Audi drei Motorisierungen zur Verfügung, einen Zwei-Liter-Diesel (Q3 35 TDI) mit 150 PS, einen 1,5-Liter-Benziner (Q3 35 TFSI) mit Zylinderabschaltung und ebenfalls 150 PS und einen Zwei-Liter-Benziner (Q3 45 TFSI) mit 230 PS. Letztere kamen in Blau und Pulsorange, die Diesel PS in Chronosgrau und der kleine TFSI in Florettsilber. Wir kamen in Schwarz, Rot und Grün und Oma in ihren Springerstiefeln und sie regte sich fürchterlich auf, wenn uns wieder einmal ein Wohnmobil ausbremste.

Wir fuhren die 230 PS mit Sieben-Gang-S-tronic und quattro-Antrieb gleich zweimal und erhielten den Eindruck, dass die 230 PS am zweiten Tag viel besser in Form waren als am Vortag, was meine Oma zur Schlussfolgerung verleitete, dass wir uns bei einer dritten Ausfahrt zweifellos dem RS-Stadium genähert hätten, in dem Audi diesen Q3 auch noch einmal bringen wird. Den größten Teil der malerischen Teststrecke in den Dolomiten legten wir mit dem TDI zurück, dessen 150 PS über eine manuelle Schaltung mit sechs Gängen problemlos auf die vier Räder und von da aus auf die Straße kamen.

Der Diesel hat immerhin ein Drehmoment von 340 Nm, er brachte uns zügig über die Pässe, um enge Kurven und durch malerische Dörfer, wo einen italienische Straßenschilder permanent daran erinnern, dass man hier immer noch auf italienischem Boden unterwegs ist, was man auch an den anerkennenden Blicken merkte, die uns die freundlichen Polizisten zuwarfen. Was Abgasverhalten und Verbrauch betrifft, liegen von Audi noch keine verbindlichen Angaben vor – das lässt auf eine längere, zweite Testfahrt hoffen. Und auf eine erneute Begegnung mit 230 PS.

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