Er sieht aus wie ein Seat Ateca in FR-Ausführung und ist auch ein Ateca, nur in diesem Fall mit dem Cupra-Logo versehen, der Sportabteilung von Seat, welche unter diesem Cupra-Label sportlich und leistungsmäßig anspruchsvolle Modelle herstellt. „Nur wo Cupra draufsteht, ist auch Seat drin“, würde meine Oma mit den Springerstiefeln sagen.

Und ein Haufen PS mehr als sonst, mit Sportfelgen und besonderen Designmerkmalen außen und innen, um den Unterschied zum normalen Ateca zu verdeutlichen. 300 PS aus einem Zweiliter-Vierzylinder-TSI-Benziner und ein Drehmoment von 400 Nm ab 2.000 U/Min machen den Cupra Ateca zu einem Renner, was man ihm auf den ersten Blick gar nicht ansieht. Sein unaufdringlicher Look ist pures Understatement, der gepflegte, aber niemals verspielte Innenraum verrät nur ansatzweise seine Ambitionen. Viel Platz, sportliche Sitze, übersichtliche Anordnung der Bedienungselemente und ein solides Maß an Grundausstattung verleihen ihm einen bürgerlichen Touch, mit dem er problemlos zurechtkommt. Dafür beantwortet er jeden Zweifel an seinem Leistungspotenzial mit freudigem Sound und unbändigem Vorwärtsdrang. Wenn man ihn in Ruhe lässt, zeigt er sich als kultivierter Ansprechpartner, allerdings steht ihm die Rolle des Draufgängers besser.

Der Cupra Ateca überzeugt mit Kraft, Antritt und Durchzugsvermögen, unterstützt von 7-Gang-Automatik, Allradantrieb mit intelligenter Traktionskontrolle und einer Vielzahl an Fahrprogrammen, die je nach Wahl für bequeme Diskretion oder große Aufregung sorgen. Höhepunkt ist die „Cupra“-Stellung, dann wird dieser freundliche Ateca zu einem scharfen Sportgerät, das man so lieber auf geschlossener Piste voll ausfahren sollte. Auch in der „Sport“-Position geht’s sehr dynamisch und akustisch spannend zur Sache, man erlebt tollen Fahrspaß, genießt eindrucksvolle Beschleunigungen und freut sich über freie Fahrt auf freier Straße. In anderen Worten: Ist so wie Weihnachten, doch Weihnachten ist öfter.

Anzeige

Dafür hat man ein „Schnee“- oder ein „Offroad“-Programm und eine „Individual“-Position, wo man einzelne Federungs-, Dämpfungs- und Drehzahl-Parameter selbst bestimmen kann. Was wohl die wenigsten tun werden, meist kommt die „Normal“-Stellung zum Einsatz, hier verfügt man über ausreichend Leistungseinsatz, ohne gleich aus der Rolle zu fallen. Oma machte es sich auf dem Rücksitz bequem. „Gut, dass ich den Onkel mitgebracht habe!“ Ich sah im Rückspiegel, wie sie sich am Korken der Flasche Tio Pepe zu schaffen machte. Vom großen Werbeplakat rechts im Feld blickte Tia Maria vorwurfsvoll auf sie herunter. „Die Tante kann warten“, so Oma mit einem Grinsen. Am Ende war die Flasche leer, der Verbrauch zeigte 8,5 Liter an. Normal bei so viel Sturm und Drang.

 

Kommentieren Sie den Artikel

Please enter your comment!
Please enter your name here