Noch Anfang November war der Fraktionschef der LSAP voller Optimismus. Die CSV habe sich in der Verfassungsfrage bewegt; dies nach den neuen Forderungen, die der neue Parteipräsident quasi aus heiterem Himmel und anscheinend auf Betreiben eines Ostdeputierten stellte. So wollte die CSV eine Art Referendum vor der Debatte im Parlament und nicht, wie ursprünglich geplant, eine abschließende Bürgerbefragung, die anstelle einer zweiten Chamber-Lesung stattfinden sollte.

Da Verfassungsänderungen eine Zweidrittelmehrheit benötigen, die ohne die CSV-Parlamentarier nicht zu erreichen ist, arbeitete besagter Fraktionschef, der ebenfalls Präsident der zuständigen Institutionenkommission ist, nach dem Querschuss der größten Oppositionspartei im Hintergrund weiter und versuchte, Kompromisse zur Rettung der geplanten Jahrhundertreform zu finden. Vor einigen Wochen also war Alex Bodry voller Optimismus und erklärte, die CSV habe sich bewegt – diesmal aber in die richtige Richtung. Die Partei – so zumindest die Hoffnung des Politikers – wolle nicht als Verweigerer, als Hürde zur Moderne dastehen. Doch eben dies taten die Christlich-Sozialen nun. Angesichts der Haltung der Partei musste der Kommissionspräsident nun seinen Plan B hervorkramen: eine Überarbeitung der bestehenden „Constitution“ ohne Referendum und nur in etwa 30 konsensuellen Punkten.

Luxemburg wird weiter mit einer 150 Jahre alten Verfassung funktionieren müssen, einer Verfassung, die offensichtlich besser zur CSV passt als eine des 21. Jahrhunderts.

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