Man gab ihm den Spitznamen „Mister Karate“ nicht umsonst: Der Walferdinger Trainer Misch Feidt hat in seiner Talentschmiede jahrelang im Rampenlicht gearbeitet. Nach Streitigkeiten auf Vorstandsebene verlor die FLAM ihren technischen Direktor des Karate, doch am Erfolg seiner „golden girls“ aus Walferdingen änderte sich nichts. Die Medaille von Jenny Warling hat den alten Hasen der Branche deshalb nicht überrascht, eine kleine Träne ist trotzdem geflossen.

Karin Meyer, Tessy Scholtes, Sonja Steland, Carole Kraus oder Lory de Cillia: All diese Namen des Luxemburger Karate verbindet man mit internationalen Erfolgen – und alle hatte sie der Walferdinger Trainer Misch Feidt unter seinen Fittichen. Meyer holte 1993 Bronze beim World Cup, De Cillia und Kraus beendeten eine Europameisterschaft auf Platz 3, Steland war 2007 europäische Universitätsmeisterin. Erfolgreicher war nur die Vizeweltmeisterin (2002) und zweifache Europameisterin (2000, 2002) Tessy Scholtes.
Was ist also das Rezept des Erfolgsmachers, der nun eine weitere Europameisterin in den Reihen hat? „Diese Frage hat man ihm am Montagabend auch gestellt“, lachte Tessy Scholtes. „Er lebt für diesen Sport. Er war es, der am Sonntag alle zusammengetrommelt hat, um Jenny diesen Empfang zu ermöglichen. Er ist ein Vorbild.“

Neben Sportminister Dan Kersch waren die Gemeindevertreter aus Walferdingen sowie viele Ex-Sportler am Flughafen präsent, um Warling höchstpersönlich zu gratulieren. „Bei mir war es ähnlich, nur der Rahmen war kleiner“, blickte Scholtes auf ihre spontane Party nach dem Junioren-Europameistertitel zurück. „Ich war damals 18 und alleine, ohne große Erwartungen, mit Misch nach Slowenien gereist. Ich kam mit einer Goldmedaille zurück. Der Presseandrang und die vielen Menschen am Flughafen, das hatte mich berührt“, erinnerte sich das Ausnahmetalent.

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Feidt sei „immer“ für sie da gewesen. Der Präsident des Walferdinger Vereins hat sich mittlerweile etwas zurückgezogen, sein Sohn Bob (Vizeweltmeister 2005) hat das Traineramt übernommen. „Es kommt aber immer mal vor, dass ich sonntagmorgens eine Einheit für Jenny einschiebe“, schmunzelte er. Genau das dürfte auch Scholtes gemeint haben, als sie sagte: „Es gibt nicht viele Menschen, die so engagiert sind.“ Für Feidt ist dieser Bereitschaftsdienst, wie er es nannte, eine Selbstverständlichkeit.

Der unbändige Einsatz und der daraus resultierende Erfolg seiner Goldmädchen war ihm als Technischer Direktor 2009 um die Ohren geflogen: Man warf dem ehemaligen Vorstandsmitglied der FLAM vor, die besten Athleten immer wieder in seinen Verein zu lotsen. Auch heute kann „Mister Karate“ darüber nur lachen und den Kopf schütteln. „Wenn es gut läuft, zieht das andere Sportler an. Es war eine starke Gruppe, das stimmt.

ittlerweile ist die Nachfolge gesichert.“ Das nahm er am Samstag nicht ganz überrascht ein weiteres Mal zur Kenntnis. Die kleine Träne floss trotzdem.

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