Paolo Amodio kehrt nach fast sieben Jahren auf die Trainerbank des FC Déifferdeng 03 zurück und beerbt ab sofort Arno Bonvini. Dabei hatte der 45-Jährige erst kürzlich seinen Rücktritt vom nationalen Spitzenfußball erklärt. In Differdingen soll er die alten Tugenden des Vereins wiederbeleben.

„Als ich im Büro von Fabrizio Bei (D03-Präsident, Anm. d. Red.) saß, kamen die alten Bilder zurück. Ab diesem Moment war es schwer, dieses Angebot auszuschlagen“, sagt der 45-Jährige, der am Sonntag einen Vertrag mit einer Laufzeit von eineinhalb Jahren unterschrieb und damit die Nachfolge von Arno Bonvini antrat.

Paolo Amodio steht wie kaum ein anderer für den Aufstieg des FC Déifferdeng 03. Die letzten vier Jahre seiner aktiven Karriere verbrachte er beim Fusionsverein. Von 2005 bis 2009 sorgte er dafür, dass der Verein aus seiner Heimatstadt sich wieder an der Spitze des nationalen Fußballs etablieren konnte.

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Aber nicht nur seine sportliche Qualität wurde in der „Cité du fer“ geschätzt. Im Vereinsheim heizte er regelmäßig als DJ die Stimmung an. Amodio war eine Identifikationsfigur, wie es sie heutzutage nur noch selten gibt. 2011 wurde er überraschend zum Trainer ernannt. Er erlebte einen Einstieg nach Maß. Nachdem sich die Mannschaft in der zweiten Europa-League-Runde gegen Levadia Tallinn durchsetzte, kam es durch die Disqualifikation von Olympiakos Volos (dritte Runde) zum Showdown gegen Paris Saint-Germain.

Arbeit und Fußball miteinander kombinieren 

Die Saison 2011/12 war von Höhen und Tiefen geprägt. Platz vier stand am Ende zu Buche. Das reichte dem Differdinger Vorstand nicht und Amodio wurde von Michel Leflochmoan abgelöst.

Doch Amodio blieb ein Sympathieträger in Differdingen und das, obwohl er gleich zweimal beim Erzrivalen Progrès Niederkorn anheuerte. Dieser Verein war auch der Grund, warum der ehemalige Nationalspieler vor Wochen verkündet hatte, aus dem Trainergeschäft auszusteigen. Amodio war der Meinung, dass er als Berufstätiger keine Zukunft mehr hatte bei den Spitzenvereinen der Region. „Ich arbeite bis 18.00 Uhr. Bei vielen Vereinen wird mittlerweile von den Trainern verlangt, auch eine morgendliche Einheit abzuhalten, weil auf Profispieler gesetzt wird.“ In Differdingen gibt es diese Voraussetzungen nicht. Der Großteil der Spieler geht einem Beruf nach und trainiert nur nach Feierabend. „Es ist der einzige Topverein aus der Region, bei dem ich Arbeit und Fußball miteinander kombinieren kann“, sagt Amodio.

Seine Mission in Differdingen ist nicht unbedingt mit klaren Zielen verbunden. Der Fusionsverein hat nach 17 von 26 Spieltagen bereits sieben Punkte Rückstand auf den vierten Platz, der am Ende zur Teilnahme an der Europa League reichen könnte. Amodio soll das Team wieder in die Spur bringen. „Die Ansprüche sind eigentlich nicht sehr hoch. Die Negativserie soll beendet werden und es soll eine neue Dynamik entstehen“, sagt der Mann, der bereits dreimal als Feuerwehrmann bei einem Klub einsprang und auf Anhieb Erfolg hatte. Einen Kurzzeitjob hätte Amodio aber nicht angenommen: „Wäre mir nur ein Vertrag bis Sommer angeboten worden, hätte ich abgelehnt.“

Die Mission in Differdingen begann gestern mit der ersten Trainingseinheit. Sein erstes offizielles Spiel auf der Bank (30.3.) wird er ausgerechnet gegen seinen Ex-Verein und den Differdinger Erzrivalen Niederkorn bestreiten.

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