Am Donnerstagabend tritt Céleste Mordenti bei der EM im polnischen Stettin an –
der nächste Entwicklungsschritt für die 16-jährige Kunstturnerin.

Ende 2018 qualifizierte sich Céleste Mordenti für ihre erste Europameisterschaft bei den Erwachsenen, die heute beginnt und bei der 109 Turnerinnen am Start sind. Die nötige Norm sicherte sich die Sportlerin der Gym Bonneweg bei direkt zwei internationalen Wettkämpfen – in Porto und vor heimischem Publikum in Bettemburg. Beide Male lieferte die 16-Jährige einen konstanten Mehrkampf ab (47,450 bzw. 47,500 Punkte) und unterstrich dabei ihr großes Potenzial. Demnach überrascht es auch nicht, dass Mordenti – wie auch die Juniorin Lola Schleich – Anfang des Jahres in den Promotionskader des Nationalen Olympischen Komitees aufgenommen wurde, womit eine längere Durststrecke im Kunstturnen bei den Damen beendet ist.

Die Fortschritte, die in den vergangenen Monaten innerhalb der Nationalkader der FLGym gemacht wurden, sind nicht zu übersehen, dies will Mordenti auch beim Saisonhighlight in Polen bestätigen. Dennoch gab es in den vergangenen Wochen einige Hiobsbotschaften wegzustecken.

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Zuerst verletzte sich Chiara Castellucci, die ebenfalls die Norm für die EM geschafft hatte und heute passen muss. Die Enttäuschung war bei der jungen Turnerin entsprechend groß, wie auch Gilles Andring bestätigte, der sich beim Verband um den Elitesport kümmert: “Es ist wichtiger, dass Chiara ihre Verletzung komplett auskuriert, ansonsten kann diese durch die EM noch schlimmer werden oder Chiara ihren gesamten Wettbewerb vermasseln. Ich kann die Enttäuschung verstehen, denn Chiara hat in den letzten Wochen ebenfalls große Fortschritte gemacht. Doch das zeigt, dass wir langfristig mit ihr planen.”

Neuer Sprung

Auch Mordenti plagte in den letzten Wochen eine Fingerverletzung, die sie sich bei einem Flugelement am Barren zugezogen hatte. Dennoch wird die 16-Jährige am Donnerstagabend einen neuen Sprung präsentieren, bei anderen Übungen wurde zudem der Schwierigkeitsgrad angehoben. Für Andring geht es jedoch vor allem darum, dass Mordenti einen stabilen Wettkampf zeigt: “Céleste ist neu im Seniors-Bereich dabei, ist hier eine der Jüngsten. Die Konkurrenz ist schon ein ganz anderes Kaliber. Eine genaue Punktzahl anzupeilen, ist deswegen auch schwer, vor allem weil bei einer EM strenger bewertet wird. Für uns ist das Wichtigste, eine Entwicklung zu sehen.”

In der Subdivision vier tritt Mordenti beispielsweise in einer Gruppe mit Turnerinnen aus Großbritannien an, für eine Premiere schon beeindruckend: “Bisher hatte Céleste bei großen Wettbewerben ihre Nerven immer gut im Griff. Dennoch kann man aus solch einer Situation immer etwas lernen. So wie Aurélie Keller (die wegen einer Verletzung die Norm verpasste, d. Red.), die bei der letzten EM sogar in einer Gruppe mit der Silbermedaillen-Gewinnerin am Barren war”, erklärt Andring.

Damit man im Luxemburger Lager nun noch besser vorbereitet ist, ist mit Magali Colle zudem eine Physiotherapeutin mit nach Polen geflogen, ein weiterer Meilenstein in der Entwicklung des Turnsports in Luxemburg. Denn zuletzt gab es laut Andring mehrere Verletzungen im Damenbereich und in Zukunft will man hier ebenfalls präventiv arbeiten. In den letzten Monaten ist der Turnsport jedenfalls in einem rasanten Tempo vorangekommen, nun soll auch die Stabilität hinzukommen.

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