Nicht alle fremden Spezies, die ihren Weg nach Luxemburg finden, richten einen Schaden an. Gegen den Einfluss von einigen aber können sich die einheimischen Spezies nicht wehren.

Luxemburg führt Buch über Tiere, Pflanzen und Pilze, die neu in Luxemburg sind und hier eigentlich nicht heimisch sind – sogenannte Neobioten. Das geht aus einer Antwort von Umweltministerin Carole Dieschbourg auf eine parlamentarische Anfrage des ADR-Abgeordneten Jeff Engelen hervor.

Ein Verzeichnis dieser Spezies kann unter www.neobiota.lu eingesehen werden. Auf der Liste stehen derzeit 61 Pflanzen, 77 Tiere und zwei Pilze. Darunter nicht nur Arten, die es bereits nach Luxemburg geschafft haben, sondern auch solche, die in Zukunft auftauchen könnten, sagt die Ministerin.

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Vom Insekt bis zum Damhirsch

Unter den Arten, die auf der genannten Webseite aufgezählt werden, sind die Schafzecke, der Damhirsch, der gemeine Sonnenbarsch, die Rotwangen-Schmuckschildkröte und die Schwarzkiefer. Als biologische Invasion wird die von Menschen verursachte Ausbreitung einer Art auf einem nicht heimischen Gebiet bezeichnet. Diese werde oft als die zweite Ursache für den Verlust der Biodiversität weltweit genannt. Neobioten könnten die Struktur und die Funktionsweise eines Ökosystems verändern. Einheimische Pflanzen hätten oft keinen evolutionsbiologischen Verteidigungsmechanismus gegen die exotischen Arten, sagt die Ministerin.

Auf der genannten Internetseite stehen wissenschaftliche Einschätzungen über den Einfluss der Arten auf das heimische Ökosystem zur Verfügung. Daneben befinden sich dort Karten, in denen Sichtungen der Spezies eingetragen sind. Engelen wollte zudem von der Regierung wissen, was sie gegen die invasiven Spezies unternehmen will und wie sie dem illegalen Import entgegenwirken will. Laut einer EU-Verordnung müssen alle Mitgliedstaaten der EU eine Analyse über die vorrangigen Einfuhrwege machen. Im Rahmen dieser Analyse arbeite das Umweltministerium derzeit an einem Aktionsplan.

Daneben würden im Rahmen der EU-Regeln auch Kontrollen durchgeführt. Zum Beispiel kontrolliere der Zoll bei der Einfuhr von Waren. Die Ministerin unterstreicht, dass viele der invasiven Arten nicht durch illegalen Import nach Luxemburg kommen, sondern sie es, nachdem sie in ein anderes europäisches Land importiert worden sind, über die Grenze schaffen und sich dann in Luxemburg ausbreiten. Die Internetseite neobiota.lu informiert darüber, dass viele der Neobioten keine negativen Auswirkungen auf die heimische Natur haben. Lediglich die Spezies, die in ihrem neuen Verbreitungsgebiet einen Schaden anrichten, werden als „invasive Spezies“ bezeichnet.

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