Vom Leadersessel rutschte die Escher Jeunesse auf Rang drei zurück. Mindestziel ist es nun, diese Platzierung bis zum Saisonende zu verteidigen. Trainer Marc Thomé hofft, dass sich durch den ersten dreifachen Punktgewinn im Jahr 2019
der Knoten endlich gelöst hat.

Tageblatt: Kommen der Escher Jeunesse die Resultate der Coupe de Luxembourg im Hinblick auf den Europapokal entgegen?

Marc Thomé: Ja, das ist richtig. Auch wenn sich Düdelingen und Niederkorn im Halbfinale gegenüberstehen würden, wäre noch eine der beiden Mannschaften im Finale (wodurch die Chancen, dass der vierte Platz „europäisch“ wird, bestehen bleiben, d. Red.).

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Befürchten Sie eine Trotzreaktion beim kommenden Gegner Strassen, der am Mittwoch erst im Elfmeterschießen gegen die Etzella ausgeschieden ist?

Ja, davon kann man ausgehen. Sie lagen beim Elfmeterschießen in Führung, weshalb die Niederlage sehr bitter für sie gewesen ist. Man darf nicht vergessen, dass es bereits das zehnte Spiel in Folge war, das sie nicht verloren hätten, wäre es kein Pokalspiel gewesen. Nach 90 Minuten stand es bekanntlich unentschieden. Aber wir spielen am Sonntag zu Hause und Platz drei zu verteidigen ist das klare Ziel.

Die UNA hat zusätzliche 120 Minuten in den Beinen – ein Vorteil für Ihre Mannschaft?

Bei den Strassenern steht bis Sonntag wohl nur noch Regeneration auf dem Programm, also dürfte das ein Vorteil für uns sein.

Am letzten Wochenende hat es erstmals wieder zum Meisterschaftssieg (gegen Rosport) gereicht. Wie groß war die Erleichterung?

Sie war nach sechs Begegnungen ohne Sieg enorm. Rosport hatte 2019 zuvor noch kein Heimspiel verloren und wir waren während zwei Jahren jedes Mal leer im „Camping“ ausgegangen. Aber dieser Dreier reicht nicht. Wir müssen jetzt die Wende einleiten und eine Serie hinlegen, angefangen mit Strassen und dann Hostert und UT Petingen. Es gibt keine einfachen Gegner, aber wir müssen trotzdem gewinnen.

In der Rückrunde hat die Jeunesse in jeder Partie mindestens ein Gegentor kassiert. Kann man von Defensivschwäche reden? Worauf sind diese Probleme zurückzuführen?

Da wir in der Hinrunde in nicht weniger als sieben Spielen ohne Gegentreffer geblieben waren, kann man schon von einer aktuellen Schwäche reden. Aber das Problem sind nicht nur die fünf Gegentore, sondern auch die Tatsache, dass wir in der Offensive ebenfalls nur fünfmal erfolgreich waren. Ich hoffe, dass wir aus unseren Fehlern gelernt haben. Ich sehe das wie eine Blockade, die Stürmer manchmal haben: Ich wünsche mir, dass die Ladehemmung jetzt endlich weg ist.

Etwas überraschend stand Neuzugang Kupatadze gegen Düdelingen zwischen den Pfosten, zwei Wochen später in Rosport wiederum Sommer. Was hat Sie zu diesen Personalwechseln bewegt?

Aufgrund der ausbleibenden Ergebnisse wollte ich gegen Düdelingen etwas ausprobieren. Kupatadze hat gegen den F91 ein sehr gutes Spiel geliefert. Dass Sommer gegen Rosport im Tor stand, war eine Entscheidung aus dem Bauch heraus. Wir können uns glücklich schätzen, mit Ivesic und den andern beiden einen sehr großen Konkurrenzkampf auf dieser Position zu haben.

Wer ist die Nummer eins?

Muss es denn eine geben? Ich habe die Wahl zwischen drei sehr guten Torhütern.

Fast wie aus dem Nichts tauchte letzte Woche auch der Name Andrea Deidda in der Startelf auf – der sich prompt als Vorlagengeber auszeichnete. Was hat sich bei seiner Personalie getan?

Menessou und Pedro haben uns im Mittelfeld wegen Sperren gefehlt. Es ergab sich dadurch die Möglichkeit, ein Herzstück mit drei Escher Jungs zu besetzen: Soares, der auch nicht immer im Vordergrund steht, Todorovic und eben Deidda. Was man sagen kann, ist, dass er seine Chance zu 200 Prozent genutzt hat. Neben seiner Vorlage hatte er einen weiteren Pass gemacht, der zu einem Tor hätte führen können. Ich würde ja ohnehin am liebsten mit elf Eschern spielen, aber das ist heutzutage ja nicht mehr möglich.

Unbestätigten Gerüchten zufolge gab es zuletzt ein paar interne Wortgefechte. Die Rede ist sogar von einer Schlägerei beim Training. Was ist dran an diesen Behauptungen?

Das ist völliger Quatsch. Die Stimmung bei uns war gut, aufgrund der Resultate fast zu gut, würde ich sagen.

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