Die Sitzung des Escher Gemeinderats am Freitag verspricht spannend zu werden. Auf der Tagesordnung stehen mehrere Projekte, die in den vergangenen Wochen für Aufregung sorgten. Eines davon ist die PAP-Änderung am “Portal Eent” auf dem Gelände der ehemaligen Losch-Garage. Die Kritik einer Bürgerinitiative an dem geplanten Hochhaus wird von einem Gutachten des Innenministeriums bestätigt.

Vor einigen Wochen hat eine Baufirma mit dem Abriss der ehemaligen Losch-Garage begonnen. Mit ihr verschwinden auch die Graffiti, die im Rahmen einer vergänglichen Kunstausstellung des Kollektivs Cueva im Frühjahr 2017 dort entstanden sind. Dabei ist noch unklar, was auf dem Gelände am Boulevard Prince Henri eigentlich gebaut werden soll.

Vor einigen Wochen haben die Abrissarbeiten an der ehemaligen Losch-Garage mitsamt der vergänglichen Kunstwerke der Cueva-Ausstellung begonnen

Übermorgen wird der Escher Gemeinderat über die umstrittene Änderung des Flächennutzungsplans entscheiden, die der Bauherr Claude Konrath im Dezember 2018 eingereicht hatte. Diese Änderung sieht den Bau eines 19-stöckigen Hochhauses vor, das auf Bürgerversammlungen im Jahr 2015 heftig kritisiert worden war und deshalb vom damaligen rot-grünen Schöffenrat verworfen wurde. Am 9. Februar 2018 nahm der Gemeinderat einstimmig einen alternativen PAP mit niedriger Bebauung an, der zwei Monate später vom Innenminister genehmigt wurde.

Umso überraschender war die Rückkehr des 69 Meter hohen Turms. Laut Konrath war diese PAP-Änderung nicht nur von ihm, sondern auch vom schwarz-grün-blauen Schöffenrat gewollt.

Doch vor zwei Monaten gingen die Anwohner aus den Vierteln “Uecht” und “Clair-Chêne” auf die Barrikaden. Eine Bürgerinitiative startete eine Petition gegen das Hochhaus. 285 Unterschriften kamen zusammen. Vor drei Wochen überreichten die Initiatoren ihre Petition dem Schöffenrat.

Das alternative Projekt sieht eine niedrigere und kompaktere Bebauung vor und passt laut Experten besser in das Viertel

Parallel dazu reichten zwölf Bürger eine Beschwerde im Rahmen der gesetzlichen PAP-Prozedur ein. Die meisten von ihnen sind Einwohner aus der direkten Nachbarschaft: von der place Stalingrad, aus der rue Victor Hugo, der rue Jean l’Aveugle, der rue Henry Bessemer und vom Boulevard Prince Henri. Neben Befürchtungen vor einem Verlust der Lebensqualität und einer Wertminderung der umliegenden Wohnungen und Häuser wird vor allem Kritik an der überdimensionierten Höhe des Turmes ausgedrückt.

Soziale Trennung

Ähnlich argumentiert auch die “Cellule d’évaluation” des Innenministeriums, die die PAP-Änderung mit dem Hochhaus fast durchweg negativ bewertet. Die Höhe von 69 Meter sei “non raisonnable”, der übergroße Turm integriere sich nicht in das Stadtgefüge und stelle einen kompletten Bruch zum bestehenden Viertel dar, schreibt die “Cellule”. Zudem entstehe durch das Hochhaus eine soziale Trennung: “La tour (…) soutient un mode de vie individualiste qui hiérachise les catégories sociales où les plus fortunes résident en haut”, heißt es in dem Bericht der “Cellule”, die sich in ihrer Stellungnahme fast vorbehaltlos für das alternative Projekt mit niedriger und kompakter Bebauung ausspricht.

Man darf demnach gespannt sein, wie sich der Gemeinderat übermorgen entscheiden wird. Wir wollen daran erinnern, dass seine Sitzungen öffentlich sind, alle Bürger dürfen im Publikum Platz nehmen und den Diskussionen der Räte zuhören.

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