Nach der Kritik des CSV-Abgeordneten Serge Wilmes reagiert der Parteivorsitzende Frank Engel am Mittwochnachmittag. Ende Januar sei « einer zum Präsidenten gewählt » worden – und ein anderer nicht. 

Der CSV-Präsident Frank Engel hat am Mittwoch auf die Kritik des hauptstädtischen Schöffen und Abgeordneten Serge Wilmes reagiert. Laut RTL ist Engel « enttäuscht » über die Vorgehensweise seines Kontrahenten. « Jemand hat die Wahlen gewonnen und ein anderer nicht », sagt Engel gegenüber RTL. « Und der, der sie gewonnen hat, muss die Partei nun führen. »

Wilmes hatte auf RTL am Mittwochmorgen den neuen CSV-Präsidenten kritisiert. Er vermisse einen Plan, sagt der Abgeordnete. Er selbst habe ein Projekt gehabt, als er für den Parteivorsitz angetreten sei. Auch der Stil des neuen Vorsitzenden gefällt ihm nicht. Es gehe jetzt nicht darum, knallharte Opposition zu machen, sondern « intelligente » Opposition: Die CSV solle Alternativen vorschlagen und nah an den Menschen sein.

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Spannungen in der CSV

Ende Januar traten Wilmes und Engel als Kandidaten für den CSV-Vorsitz an, als der vorherige Präsident Marc Spautz nach der Wahlniederlage bei den Parlamentswahlen im Oktober den Platz räumte. Engel konnte die Wahl mit 54 Prozent der Stimmen knapp für sich entscheiden. Das Resultat zeigt, wie gespalten die Christsozialen bei der Frage um das Spitzenmandat sind.

Wie das Tageblatt bereits berichtet hat, sind durch Engels Wahl Spannungen in Luxemburgs größter Partei entstanden. Zahlreiche Mitglieder sind seit der Ernennung des Noch-Europa-Abgeordneten ausgetreten. Engel hatte im Vorfeld angekündigt, nicht bei den EU-Wahlen Ende Mai anzutreten, wenn er zum Präsidenten gekürt werde. Auch die CSV-Fraktion im luxemburgischen Parlament soll nicht hinter Engel stehen. Die meisten Abgeordneten sollen Wilmes als neuen Vorsitzenden bevorzugt haben.

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