In seinem zweiten Gruppenspiel bekommt es der Tabellenführer der Gruppe B, Luxemburg, bei der EM-Qualifikation mit einem der drei Hochkaräter der Gruppe B zu tun. Die Roten Löwen werden gegen die klar favorisierten Ukrainer zwar wieder in die Underdog-Rolle schlüpfen, geben sich aber trotzdem gewohnt kämpferisch.

Die Roten Löwen erwartet nach dem 2:1-Auftaktsieg gegen Litauen ein deutlich schwereres Los: Der Weltranglisten-31. Ukraine trotzte dem Europameister Portugal vor drei Tagen in Lissabon ein 0:0 ab. Nicht verwunderlich, dass der FLF-Auswahltrainer die Erwartungen dämpfte: „Man muss mit beiden Füßen auf dem Boden bleiben. Der kommende Gegner hat komplett andere Qualitäten. Dieser Punkt gegen Portugal ist ein Beweis dafür. Sie haben zwar nicht dominiert, waren bei ihren Kontern aber sehr gefährlich.“

In der Tat haben die Gäste zuletzt 2018 eine beachtliche Serie hingelegt: In zehn Länderspielen gab es nur eine Niederlage (bei fünf Siegen und vier Remis). In der Nations League (Division B) erzielten Schalke-04-Profi Yevhen Konoplianka und Co. fünf Treffer und holten neun von zwölf Punkten. Individuell hochklassig besetzt und technisch versiert ist die Auswahl von Nationaltrainer Andrej Schewtschenko (seit Juli 2016 im Amt). Seine eingespielte Mannschaft hat ein klares Ziel: gegen die Portugiesen und die Serben um den Gruppensieg kämpfen.

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Die Handschrift des ehemaligen Champions-League-Siegers erkenne man an der Tatsache, dass er bei seinen Aufstellungen darauf achte, „eingespielte Blocks“ nicht auseinanderzureißen. „Während die Litauer athletischer waren und die hohen Bälle bevorzugten, spielt die Ukraine sehr viel schneller über den Boden. Die Außenverteidiger rücken in Ballbesitz hoch auf. Die Frage ist also, wie wir diese Gefahren neutralisieren können“, analysierte der 49-jährige Holtz. Aufgrund dieser Erkenntnisse müssen die FLF-Spieler heute während 90 Minuten hochkonzentriert agieren. „Die Reaktions- und Entscheidungszeit im defensiven Bereich muss sehr kurz ausfallen.“

Für die FLF-Auswahl geht es darum, die perfekte Mischung zu finden: weder den Ukrainern zu viel Ball und Raum überlassen noch zu hoch angreifen und damit wiederum ebenfalls Räume öffnen. Mit diesen Vorgaben im Hinterkopf fand das Abschlusstraining wieder ohne Publikum statt. Besonders freute den Coach, dass sich keiner der 22 Spieler (abgesehen von den verletzten Joachim und Selimovic) über physische Probleme beschwert hatte. Dies war nach dem laufintensiven Duell nicht so zu erwarten. Nicht weniger als 508 Pässe haben die FLF-Kicker gespielt, von denen 434 erfolgreich ankamen (85 Prozent). „Wir waren dem Gegner in allen Belangen überlegen“, gab Holtz zu Protokoll.

Es wäre sehr überraschend, sollte er seiner Verteidigerkette nicht ein weiteres Mal vertrauen – und Lars Gerson in der Innenverteidigung auflaufen. Auch für Vincent Thill gab es Vorschusslorbeeren: „Man sieht einfach, dass er sich in guter Verfassung befindet und selbstbewusst ist. Er ist schwer vom Ball zu trennen und begeht sehr wenige technische Fehler“, lobte ihn der Trainer. Ein solider Christopher Martins könnte für die nötige Ruhe und Stabilität im Mittelfeld sorgen, während David Turpel aufgrund seiner Länderspielerfahrung genau weiß, welche defensiven Lasten er gegen spielstarke und technisch überlegene Mannschaften auf sich nehmen muss. Zudem würde Dan da Mota auf seine gewohnte Außenposition zurückkehren. Danel Sinani oder Stefano Bensi sind weitere Kandidaten für die Startelf.

 

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