Bob Jungels hat seine erste Kampagne der Flandern-Klassiker mit Platz 16 bei der Ronde van Vlaanderen beendet. Am Ende von anspruchsvollen Wochen fehlte es ein wenig an Kraft.

Er war von keinem Geringeren als der belgischen Radsportlegende und Rekordsieger der „Ronde“, Tom Boonen, als großer Favorit angekündigt worden. Am Ende belegte Jungels Platz 16 bei seinem ersten Auftritt bei der Flandern-Rundfahrt. Der Luxemburger von Deceuninck – Quick Step hat dabei gezeigt, dass in den kommenden Jahren mit ihm zu rechnen ist. Am Ende musste er einem anstrengenden Saisonbeginn Tribut zollen. Nun steht eine kurze Pause an und dann bereitet sich Jungels auf den Giro vor. Die Italien-Rundfahrt ist das nächste Rennen, das auf seinem Programm steht.

Tageblatt: War es für Sie eine gute Premiere bei der Flandern-Rundfahrt?
Bob Jungels: Sie wäre besser gewesen, wenn wir gewonnen hätten. Wir haben schnell gemerkt, dass Philippe (Gilbert) nicht seinen besten Tag hatte und Zdenek (Stybar) krank war. Das war sicherlich nicht optimal, aber wir haben noch das Beste daraus gemacht.

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Das Rennen wurde sehr früh lanciert. Hatten Sie mit diesem Verlauf gerechnet?
Wir hatten uns eigentlich auf ein sehr taktisches Rennen eingestellt, doch es kam anders. Das Rennen hat bereits an der „Mur de Grammont“ richtig begonnen und es war teilweise etwas chaotisch. Am Ende fehlte mir ganz einfach die Kraft. Ich war schon früh in guter Form, das habe ich heute zu spüren bekommen. Ich habe zwar das eine oder andere Mal versucht, zu attackieren, doch es reichte nicht. Als es zum letzten Mal den Paterberg hochging, bin ich komplett explodiert. Dass wir am Ende einen zweiten Platz herausfahren konnten, war das Beste, was wir erreichen konnten.

Wobei man Ihren Teamkollegen Kasper Asgreen nicht unbedingt auf der Rechnung hatte. Sie haben ihm den zweiten Platz abgesichert.
Ja, als Kapser sich auf den letzten Kilometern absetzte, habe ich ein Loch gelassen, damit er einen Vorsprung herausfahren konnte. Er war heute richtig stark. Er ist lange vorne in der Fluchtgruppe gefahren und dass er dann im Finale noch die Kraft hatte, sich den zweiten Platz zu sichern, war beeindruckend.

Bevor Asgreen attackierte, war Ihnen da bereits bewusst, dass Bettiol gewinnen würde?
Ich glaube, er war heute der stärkste Fahrer. Gleich drei Mal zu attackieren und im Kwaremont dann wegzufahren, das ist richtig stark gewesen. Am Anfang haben wir noch versucht, ihn einzuholen. Aber wie immer, wenn die Leader unter sich sind, gibt es einige, die nicht mitfahren, und dann schafft es einer, alleine durchzukommen. Das macht es so schwer, dieses Rennen zu gewinnen. Die Flandern-Rundfahrt ist wohl das besonderste Rennen der Saison.

Klingt, als hätten Sie Lust, wiederzukommen?
Absolut!

Wie bewerten Sie Ihre Saison bislang?
Ich bin richtig froh, dass die Kampagne jetzt vorbei ist. Ich habe die Saison früh in Kolumbien begonnen und fast jedes Rennen mit Ambitionen auf ein gutes Resultat bestritten. Ob es bei den Eintagesrennen war oder bei den Rundfahrten, wo ich sowohl auf Etappen als auch auf die Gesamtwertung fuhr. Auf den letzten 50 km habe ich heute gespürt, dass ich nicht mehr die gleichen Beine hatte wie noch in Harelbeke (Jungels attackierte beim E3, d.Red.) oder in Kuurne (Jungels gewann das Rennen, d.Red.).

Wie geht es jetzt für Sie weiter?
Mit Erholung (lacht). Am Donnerstag reise ich ins Trainingslager, um den Giro vorzubereiten.


„Etwas zu früh in Form“

Es lief zwar nicht optimal für Deceuninck – Quick Step , dennoch war Wilfried Peeters gut gelaunt. Der Sportliche Leiter wusste, dass seine Schützlinge alles versucht hatten. „Seit Beginn der Saison sind diese Jungs bei jedem Rennen vorne dabei. Vielleicht waren sie etwas zu früh in Form.“ Hinzu kam, dass Zdenek Stybar, der Sieger des E3 Harelbeke – ein Rennen, das als Generalprobe zur „Ronde“ gilt – krank und somit nicht im Vollbesitz seiner Kräfte war. Dass Jungels am Ende nicht ganz vorne landete, dafür sah Peeters zwei Gründe: „Auch er war sehr früh in guter Verfassung, außerdem war es seine erste Klassiker-Kampagne und Erfahrung hat in diesen Rennen eine große Bedeutung.“

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