Nach langer Abwesenheit spielt der Racing Luxemburg bei der Titelvergabe im nationalen Basketball wieder eine Rolle. Ein Teil dieses Neuaufbaus ist seit 2013 auch Gaëtan Bernimont.

Lange war es im luxemburgischen Basketball ruhig um den Hauptstadtklub geworden: Nach dem Abstieg im Jahr 2010 benötigte der Racing sieben Jahre, ehe er wieder in der höchsten Liga angekommen war. Doch seither hat sich der dreifache Landesmeister zurück in den Fokus gespielt. Im letzten Jahr verpasste man nach einem überraschend starken Saisonauftakt den Sprung in die Titelgruppe, dennoch konnte anschließend der Klassenerhalt auf souveräne Art und Weise gemeistert werden. In diesem Jahr folgte mit dem Einzug in die Top sechs nun der nächste Entwicklungssprung.

Einer, der die Jahre des Neuaufbaus in der Nationale 2 sowie die Rückkehr ins Oberhaus hautnah miterlebte, ist Gaëtan Bernimont, der in seinem letzten Cadets-Jahr zusammen mit Louis Soragna aus Bartringen in die Hauptstadt wechselte: „In Bar tringen war alles auf den Wettbewerb ausgerichtet, dadurch ging bei uns damals die Lust am Basketball irgendwie verloren. Beim Racing haben wir eine familiäre Atmosphäre vorgefunden und der Spaß und später auch der Wettbewerbsgedanke kehrten zurück.“ Zu dieser Zeit trafen Bernimont und Soragna auf Max Hilger sowie US-Spieler Scott Morton und gemeinsam bildete man fortan das wichtige Gerüst des Teams, das langsam, aber sicher Richtung Oberhaus schielte.

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Von den vier Spielern steht einzig Max Hilger aufgrund einer studienbedingten Pause zurzeit nicht mehr im Kader. „Sechs Jahre standen wir zusammen in der ersten Mannschaft auf dem Parkett. Das Team hat sich seither enorm weiterentwickelt. Ziel war es von vornherein, etwas aufzubauen, das die Chance hat, sich langfristig in der Nationale 1 zu etablieren. Es war bisher ein langer Weg, der Schritt für Schritt vollzogen wurde. Im letzten Jahr fehlte es noch an Erfahrung. In dieser Saison haben wir auf taktischer und basketballerischer Ebene noch einmal zugelegt“, beschreibt der 24-Jährige die vergangenen Jahre und bringt einen weitern bedeutenden Punkt zur Sprache: „Wichtig war zudem, dass wir mit Scott einen US-Spieler haben, der dem Verein bereits so lange die Treue hält und ein richtiger Teil des Teams ist. Sein Punkteschnitt ist ihm nicht so wichtig, wie es bei anderen Profis oft der Fall ist.“

Der Racing überzeugte in dieser Saison jedenfalls immer wieder als Einheit, bei der sich kein luxemburgischer Spieler in den Vordergrund drängt. So übernahm Louis Soragna in dieser Saison etwa die Position des Aufbauspielers von Max Hilger, auf dessen Rückkehr man weiterhin hofft. Jeder stellt sich in den Dienst der Mannschaft und das ist bei Gaëtan Bernimont nicht anders. Der 1,90 Meter große Spieler kommt meist von der Ersatzbank, hat hiermit aber überhaupt kein Problem: „Wenn jemand eine Pause braucht, dann stehe ich bereit und versuche, dem Team mit neuer Energie weiterzuhelfen. Das ist auch bei Mattes (Gillardin) und Sam (Ney) nicht anders.“

Wunschgegner T71

Heute Abend steht der letzte Spieltag der Zwischenrunde auf dem Programm. Bereits jetzt steht fest, dass der Racing diese auf dem fünften Platz abschließen wird, dennoch werden die Spieler von Trainer Anton Mirolybov diese Partie nicht auf die leichte Schulter nehmen: „Die Begegnung könnte noch über unseren Gegner im Viertelfinale entscheiden“, und hier würde man beim Racing wohl eher den heutigen Konkurrenten Düdelingen bevorzugen. „Den T71 konnten wir in dieser Saison bisher zweimal bezwingen, gegen Steinsel gab es hingegen immer hohe Niederlagen“, erklärt Bernimont. Zudem gilt es, den neuen Profi-Spieler Brian Harper weiter ins Team zu integrieren. Der US-Amerikaner stieß erst in der vergangenen Woche zur Mannschaft, wo er seinen verletzten Landsmann Shannon Hale ersetzt. In seiner ersten Begegnung erzielte Harper zwar auf Anhieb 31 Punkte, doch schonte Gegner Esch seine beiden Profis.

Seit dem Sieg vor zwei Wochen gegen die Sparta, als man mit nur einem Ami antrat, scheinen die Hauptstädter jedenfalls wieder neues Selbstvertrauen getankt zu haben: „Davor hatten wir nur eines von sechs Spielen gewonnen. Die Partie gegen die Sparta ist zudem das einzige Zentrumsderby, das wir momentan haben, so war es ein sehr intensives Match. Der Erfolg hat uns gutgetan.“ Und so will man sich beim Racing mit dem Erreichen des Viertelfinales auch noch nicht zufriedengeben.

 

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