In unserer Rubrik „Auf den Punkt mit …“ fühlen wir Akteuren aus der BGL Ligue
auf den Zahn – und zwar auf eine etwas andere Art. Der Strassener Verteidiger Denis Agovic sprach über Geld, Sébastien Grandjean und Schimpfwörter.

Tageblatt: Cousin Alen (Strassen), Zwillingsbruder Edis (F91) oder Sie: Wer ist der beste Agovic der Liga?

Denis Agovic: Edis spielt derzeit nicht viel. Leider kam es gegen Düdelingen nicht zum direkten Duell, da er auf der anderen Seite spielte. Alen ist noch jung, aus dem kann was werden. Über mich spreche ich nicht gern, das können andere tun.

Wenn Sie etwas von Ihrem Zwillingsbruder haben könnten, was würden Sie sich wünschen?

Seine Schusstechnik. Meine ist nicht so ausgereift. Ich habe das Gefühl, dass jeder seiner Schüsse auf das Tor geht, während bei mir der Ball auch mal nach rechts oder links geht …

Sie waren u.a. 2014 mit der Luxemburger Nationalmannschaft im Trainingslager in Belek. War Montenegro je eine Option für Sie?

Ich denke in erster Linie an die Luxemburger Nationalelf. Ich bin hier geboren und aufgewachsen. Das Ziel eines Fußballspielers ist, für seine Nationalmannschaft zu spielen und auf Gegner wie Portugal oder Serbien zu treffen. Das ist ein Traum. Ich würde die Gelegenheit sofort nutzen.

Warum sind Sie erst zwei Jahre nach Ihrem Bruder nach Strassen gewechselt?

Er hat den Sprung zur ersten Mannschaft zwei Monate früher geschafft. Ich bin ehrgeiziger, ich halte länger durch und war überzeugt, dass ich es schaffen könnte. Am Ende kam es dann doch anders.

Er hat sich im Sommer für Düdelingen entschieden. Was ist Ihnen wichtiger, Spielzeit oder Titel?

Ich trainiere nicht fünfmal die Woche, um auf der Bank zu sitzen. Ich würde es nicht akzeptieren, für ein wenig mehr Geld oder einen Titel jedes Mal nur fünfzehn Minuten zu spielen.

Ausgerechnet nach der Begegnung gegen Strassen kehrte Sébastien Grandjean bei der Jeunesse auf die Trainerbank zurück. Was haben Sie ihm zu verdanken?

Alles. Er war der Erste, der mir das Vertrauen geschenkt hat. Ohne ihn wäre ich wahrscheinlich nie zur ersten Mannschaft der Jeunesse gestoßen und wäre wohl nicht hier. Vor ein paar Jahren hatten die Escher die stärksten Jugendmannschaften, doch nicht viele haben den Sprung geschafft. Stattdessen holte man Spieler aus dem Ausland oder von anderen BGL-Ligue-Klubs. Unter Grandjean wurden gleich zehn Jugendspieler befördert, und es hat bekanntlich auch geklappt.

Was war schöner: Vier Einsätze im Europapokal oder der Gewinn der Coupe du Prince?

Die Coupe du Prince zu gewinnen. 39 Jahre lang hatte die Jeunesse darauf gewartet. Ohne arrogant klingen zu wollen: Es war eine goldene Generation. Viele dieser Spieler sind heute in der BGL Ligue aktiv. Aber die Hotelaufenthalte in der Europa League waren natürlich ein Highlight. Wir kamen uns wie Profis vor.

Was muss sich ändern, damit Strassen sich für die Europa League qualifiziert?

An einer Baustelle haben wir 2019 bereits gearbeitet: Weniger Tore zu kassieren. Wenn wir die individuellen Fehler abstellen, reduziert sich die Zahl um die Hälfte … Mal sehen, wie weit wir damit kommen. Es wäre auch wichtig, den Kader nicht großartig zu ändern. Für kleine Vereine geht der Weg über den Pokal. Obwohl, auch jetzt sind es nur vier Punkte die uns von Platz vier trennen.

Welche Schimpfwörter hat das Team dem japanischen Teamkollegen Yuki Tsuchihashi zuerst beigebracht?

„Du Arsch“ kann er schon, das benutzt er fast in jedem Satz. Und „ouais, c’est bon“ hat er sich gemerkt. Ich denke, dass er nicht wirklich weiß, was er sagt. Nach dem Abschlusstraining sieht er sich ein Video an, damit er versteht, was wir vorhaben.

Verraten Sie uns noch, wie man Sie von Ihrem Bruder unterscheiden kann?

Sein Bart ist voller und die Frisur ist anders.

Jetzt können Sie es ja zugeben: Haben Sie früher die Rollen getauscht?

Ja. Im dritten Schuljahr hatte unser Lehrer große Probleme, uns zu unterscheiden. Einmal haben wir die Plätze getauscht. Als das aufgedeckt wurde, war es nicht so schön … Aber sogar unsere Onkel haben öfters Wetten gegen meinen Vater verloren, weil sie uns nicht unterscheiden konnten. Im ersten Spiel gegen den F91 hat mich Clément Couturier gefragt, warum ich ein rotes Trikot hätte. Er war überzeugt, dass er mit Edis reden würde. Neulich hatte ich ein Vorstellungsgespräch bei der Post. Mein Bruder ist Briefträger. Dort wurde ich von allen begrüßt, weil sie mich mit ihm verwechselt haben.

Steht ein Comeback bei der Jeunesse auf dem Plan?

Ich denke nicht. Das Thema ist abgeschlossen. Ich fühle mich hier sehr wohl.


3 Fragen zum Wochenende

Der nächste Gegner Petingen hat zuletzt zwei Niederlagen kassiert. Wie schätzen Sie das Team derzeit ein?

Es handelt sich um einen Gegner, der sich auf Augenhöhe befindet. Sie sind spielstark, lassen den Ball schnell zirkulieren und sind technisch versiert. Das Mittelfeld ist richtig stark besetzt.

Was waren die Gründe für die 1:3-Auswärtsniederlage?

Es war unsere schlechteste Leistung der Saison. Wir haben nie in die Partie gefunden. Sie hatten etwa 70 Prozent Ballbesitz und wir sind nur hinterhergelaufen. Wir haben es ihnen zu einfach gemacht, denn wir waren inexistent.

Was wissen Sie über den neuen Stürmer Ebrahima Sawaneh?

Fünf Tore in sechs Spielen, er trifft also fast immer. Das wollen wir diesmal verhindern. Wir haben uns ohnehin vorgenommen, weniger Tore zu kassieren. Hinten müssen wir die Null halten, denn vorne gelingt es uns irgendwie immer, den Weg ins Tor zu finden.

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