Auch auf der kleinsten Terrasse findet ein (Hoch-)Beet Platz. Glauben Sie nicht? Magazin-Autorin Daisy Schengen zeigt hier, wie man einfach und für wenig Geld aus Europalette eine balkontaugliche Variante baut, wie sie richtig befüllt wird und wie eine sertragreiche Ernte sicher gelingt.

Dieser Vorschlag ist speziell für die Nutzung auf dem Balkon gedacht. Es ist kein klassisches Hochbeet im eigentlichen Sinne, sondern eher ein „Pflanzregal“, da es aus nur einer Palette besteht, deren Unterseiten als Pflanzgefäße dienen. Es stellt eine von unzähligen Möglichkeiten dar, mit Europoolpaletten zu gärtnern, und soll als Inspiration dienen.

Für ein „Pflanzregal“ benötigt man:

  •  1 Europoolpalette (Einwegpaletten gibt es günstig im Baumarkt oder man fragt bei einem Betrieb nach, ob er Paletten übrig hat und ggf. verschenkt)
  •  Bretter für den Gefäßboden (Baumarkt)
  •  Drainageschicht
    (zerbrochene Tontöpfe, Kies);
  •  Stich- oder Kreissäge zum Zuschneiden der Pflanzgefäßböden (wer keine solche Geräte zu Hause hat, lässt sich für wenig Geld die Bretter passend im Baumarkt zuschneiden)
  •  Akkuschrauber oder Hammer
  •  Schrauben oder Nägel
  •  Folie oder Jutestoff
  •  Zollstock, Wasserwaage, Schere.

Der Aufbau gelingt so:

  1. Die Palette hochkant an einen ebenerdigen Standort aufstellen. Mit der Wasserwaage die Ausrichtung prüfen, damit später das Gießwasser nicht in eine Richtung abfließt und den Balkon verschmutzt.
  2. Die Länge und Breite der „Füße“ der Palette ausmessen, mit einer Stich- oder Kreissäge Bretter als Böden passend zuschneiden, zwei bzw. drei Löcher für den Wasserabfluss bohren und von unten anschrauben oder mit Nägeln befestigen.

  3. Nun die so entstandenen Blumenkästen mit einer Folie auslegen. Manche Hobbygärtner nutzen dafür Teichfolie, andere greifen zu Jute- oder stabilen Abfallsäcken. Wer nicht „basteln“ – und somit Zeit sparen – möchte, findet im Netz passgenaue Einsätze für die Außenseiten der Palette. Der Preis hängt von der Anzahl der Einsätze ab. Auch kleine Blumentöpfe passen in diese Zwischenräume hinein. Hat man sich für eine Variante entschieden, kleidet man die Innenwände der Pflanzkästen damit aus. Beim Zuschnitt lieber ein paar Zentimeter mehr Folie einplanen, damit das Umschlagen und Auskleiden der Ecken stressfreier gelingt. Zum Schluss ein paar Löcher im Boden der Verkleidung einstechen, um Gießwasser das Abfließen zu erleichtern und Staunässe zu vermeiden.

  4. Wie man die einzelnen Gefäße nun befüllt, hängt maßgeblich von den Pflanzen ab, die dort einziehen. Man kann sich danach beispielsweise für ein Schichtsystem nach Vorbild eines Hochbeets (siehe Kasten) entscheiden. Als Faustregel gilt hier von grob nach fein: Ganz unten legt man Grünschnitt oder Äste, arbeitet weiter mit Kompost, Stroh, Mist und danach folgt entsprechende Pflanzenerde. Oder man entscheidet sich dafür, die Kästen nur mit Pflanzenerde zu befüllen.
  5. Wo man Blumen, Obst oder Gemüse, die man ins „Pflanzregal“ einsetzt, am besten im Regal platziert, sollte davon abhängig gemacht werden, ob sie einen sonnigen, halbschattigen oder schattigen Standort brauchen. Erdbeeren und Tomaten, die für eine reichhaltige Ernte viel Sonne brauchen, nehmen beispielsweise Platz in der obersten Etage. Schattenliebhaber wie Petersilie oder Pflücksalat gedeihen eher auf den tieferen Etagen.

Wer mit wem?

Bei Pflanzen verhält es sich ähnlich wie bei Menschen – manche mögen sich mehr und manche weniger. Hier eine kleine Auswahl der Hochbeet-„Paarungen“, die besonders
gut funktionieren:

  • Tomaten gedeihen neben Radieschen
  • Basilikum geht gern mit Zucchini: Das aromatische Küchenkraut schützt das empfindliche Gemüse vor Mehltau
  • Petersilie vertreibt Schnecken
  • Rucola und Kopfsalat mögen Dill und Kerbel

3 Fragen zum Hochbeet

Was ist ein Hochbeet?

„Ein Hochbeet ist ein nicht ebenerdig angelegtes Beet. Es erleichtert die Gartenarbeit ungemein, da das oftmals unangenehme Bücken und Wiederaufstehen aufgrund der angenehmen Arbeitshöhe entfällt“, erklärt ein Cactus-Hobbi-Gartenexperte auf Tageblatt-Nachfrage.

Aufgrund seiner Höhe hält es auch ungewollte Besucher wie z.B. Schnecken von den Pflanzen fern (wer ganz auf Nummer sicher gehen will, der kann noch ein Kupferband zur Abwehr von Schnecken rund ums Beet befestigen). Der größte Vorteil ist jedoch die schnellere Ernte. Durch das Verrotten in den unteren Schichten entsteht Wärme, die den Boden aufheizt und das Wachstum der Pflanzen begünstigt. Hochbeete gibt es in vielen Größen, sodass dem Gärtnererlebnis im Garten, auf der Terrasse oder auf dem Balkon nichts mehr im Wege steht.

In welcher Reihenfolge werden dort Drainage- und Pflanzenerdschichten aufeinandergestapelt?

Ein Hochbeet wird idealerweise in mehreren Schichten aufgebaut. Es kann aber auch komplett mit Erde (passende Hochbeeterden im Handel erhältlich) füllen.
Wer das Schichtsystem wählt, sollte die untere Schicht grob mit Ästen und Hölzern gestalten. Darauf folgt dann Kompost und anschließend die Hochbeeterde. Die Höhe der Schichten richtet sich nach der Bepflanzung. Es sollte immer genügend Erde zum Wurzeln vorhanden sein.

Wer gute Erträge schätzt, sollte jährlich Erde nachfüllen bzw. austauschen, da das Beet durch die Zersetzung in den unteren Schichten einsinkt. Außerdem gewährleistet dieser Austausch frische und nährstoffhaltige Erde. Alle fünf Jahre sollte das Hochbeet vollständig entleert und neu befüllt werden. Anschließend braucht es nur noch den richtigen Dünger, passendes Wetter und etwas Liebe und Geduld bis zur reichhaltigen Ernte.

Welche Obst- und Gemüsesorten dürfen ins Hochbeet?

Welche Blumen eignen sich dazu?Als Faustregel gilt, dass sich die Bepflanzung nach der Größe und Höhe des Beetes richtet. Je größer das Hochbeet, desto größer können auch die Pflanzen sein. Man sollte allerdings stets die Wuchshöhe beachten, da der angenehme Höhenvorteil des Beetes sonst auch schnell zum Nachteil bei der Pflanzenpflege werden kann. Als Klassiker fürs Hochbeet haben sich Salat, Tomaten, Möhren, Kräuter und Erdbeeren bewährt.


Düngen mit Mist: nur unter drei Bedingungen sinnvoll

Mist wird nicht nur auf Feldern, sondern auch im Privatgarten als Dünger verwendet. Allerdings sollte er nur wohlbedacht eingesetzt werden. Fällt die Dosierung nämlich zu hoch aus, dann kann der Boden überdüngt werden oder die Ernte aus hygienischen Gründen sogar gefährdet sein.

Die wichtigsten Tipps zum Düngen mit Mist:

1. Wohldosiert: In einem Kilogramm Kuhmist sind laut Gartenakademie fünf Gramm Reinstickstoff enthalten. Dieser wird über mehrere Jahre im Boden freigesetzt. Das bedeutet, die Pflanzen würden bei einem regelmäßigen oder zu hohen Einsatz zu viele Nährstoffe erhalten und ihr Wachstum entsprechend verändern. Eine Überdüngung kann gerade bei Hühner- und Taubenkot entstehen – sie enthalten besonders viel Phosphor und Kali. Außerdem sollte der Mist nur bei Beeten zum Einsatz kommen, auf denen später sogenannte Starkzehrer wachsen.
Das sind Pflanzen, die einen vergleichsweise hohen Nährstoffbedarf haben – etwa Gurken, Kohl und Tomaten. Auch Strauchbeeren und Obstbäume vertragen diese Düngerart.

2. Nur im Frühling:
Mist wird im Frühjahr ausgebracht, auch im Privatgarten. Von Tipps, Geflügel-Mist im Sommer zum Düngen von Kopfsalat, Tomaten oder Kürbissen zu nutzen, raten Gartenexperten ab. Wenn bereits Gemüse auf dem Beet ist, kann es sein, dass der Mist die Blätter oder Früchte verschmutzt. Im frischen Kot befinden sich oft noch Keime wie etwa Salmonellen, Kolibakterien oder die Eier von Parasiten, die so auf das Gemüse gelangen können – und letztlich in die Küche.

3. Nie frischen Mist nutzen:
Aus den oben genannten hygienischen Gründen raten die Experten sowieso dazu, keinen frischen Mist zu nutzen. Ihn sollte man mindestens ein Jahr lang ablagern. Es sei sogar besser, Stallmist erst mal zu kompostieren – auch wegen der Verträglichkeit für die Pflanzen.

(dpa)

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